
Mattel hatte MGA vorgeworfen, die Idee für die Bratz-Puppen gestohlen zu haben, und verlangte hunderte Millionen Dollar als Wiedergutmachung für verlorene Gewinne. Die Jury konnte jedoch keine Verfehlungen erkennen und sprach im Gegenteil MGA einen millionenschweren Schadenersatz zu.
Der Rechtsstreit läuft seit fast einem Jahrzehnt. Der weltgrößte Spielzeughersteller Mattel argumentierte, Designer Carter Bryant habe die ersten Skizzen zu den Bratz-Puppen zu einer Zeit angefertigt, als er noch bei Mattel beschäftigt war. MGA wies dies zurück und konterte mit dem Vorwurf, Mattel spioniere seine Konkurrenten seit Jahren systematisch aus.
Die Bratz-Puppen - ihr Name leitet sich vom englischen Wort "brats" ("Gören") ab - sind ein dickes Geschäft für MGA. In der Spitze kratzte der Umsatz an der Milliardenmarke. Die frech aussehenden Puppen mit ihren großen Köpfen und Kulleraugen kamen 2001 auf den Markt und wurden schnell zu scharfen Konkurrentinnen von Barbie. MGA ist mit 65 Prozent Anteil größter Aktionär des deutschen Puppenherstellers Zapf Creation.
Im Jahr 2008 hatte ein Gericht Mattel einen Schadenersatz von 100 Millionen Dollar zugesprochen; 2010 hob ein Berufungsgericht das Urteil wieder auf. Damals schrieb der Richter: "Amerika ist durch Wettbewerb groß geworden. Auch das uramerikanische Mädchen Barbie wird sich daran gewöhnen müssen."
Die erste Barbie wurde am 9. März 1959 von Mattel-Mitbegründerin Ruth Handler vorgestellt. Die Puppe wurde nach Handlers Tochter Barbara benannt - die Kurzform ist Barbie. Zwei Jahre lang war die 29 cm große Plastikpuppe solo, 1961 kam ihr Liebhaber dazu: Ken, benannt nach Handlers Sohn.