• vom 22.04.2011, 18:34 Uhr

International

Update: 26.04.2011, 09:55 Uhr

Globale Hochpreisphase bei agrarischen Gütern wird laut Experten auch heuer noch andauern

Rekordjagd der Nahrungsmittel




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Von Stefan Meisterle

  • Rohstoffpreisanstieg ist von mehreren Faktoren abhängig.
  • Regulierung der Spekulation allein greift laut Experten zu kurz.
  • Wien. In der Zentrale von McDonalds muss Jim Skinner eine unangenehme Nachricht überbringen. Die Fastfoodkette wird die Preise für Hamburger erhöhen. Man werde nur "vorsichtig" an der Preisschraube drehen, betont der Konzernchef, schließlich will man keinen Aufstand der Burgerfans riskieren.
  • Die Rohstoff-Rally

Weizen ist nur einer von vielen Agrar-Rohstoffen, die sich zuletzt stark verteuerten. Foto: dpa/Gentsch

Weizen ist nur einer von vielen Agrar-Rohstoffen, die sich zuletzt stark verteuerten. Foto: dpa/Gentsch Weizen ist nur einer von vielen Agrar-Rohstoffen, die sich zuletzt stark verteuerten. Foto: dpa/Gentsch

Knapp zehntausend Kilometer vom Sitz des US-Konzerns entfernt ist der Aufstand bereits in vollem Gange: Im Sudan gehen Tausende Menschen auf die Straßen. Allerdings nicht, weil sie gegen die Preispolitik einer amerikanischen Kette protestieren wollen, sondern wegen weitaus Gravierenderem: Sie wissen nicht, wie sie sich angesichts emporschnellender Preise für Grundnahrungsmittel ernähren sollen.


Zwei unterschiedliche Entwicklungen, die einen gemeinsamen Nenner haben: den globalen Anstieg der Lebensmittelpreise. In nur einem Jahr ist der von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) errechnete Index für Nahrungsmittel um 37 Prozent gestiegen.

Biotreibstoff und Ölpreis als preistreibende Faktoren

Monika Rosen, Chefanalystin bei UniCredit Private Banking, ist überzeugt: "Die Phase der hohen Agrarpreise wird auch 2011 andauern." "Im Moment gehen alle gehen davon aus, dass die Nahrungsmittelpreise auf hohem Niveau bleiben werden", bestätigt auch Ralf Südhoff, Leiter des Berliner Büros der UN-Organisation "World Food Programme" (WFP). Dafür gebe es laut Südhoff mehrere strukturelle Ursachen: "Zunächst sorgt der wachsende Wohlstand in Schwellenländern wie China für einen Boom in der Nachfrage nach Lebensmitteln. Daneben haben wir es mit einem starken Bevölkerungswachstum zu tun und auch der wachsende Bedarf an Tierfutter sorgt für zusätzliche Nachfrage", nennt Südhoff einige Faktoren.

Als entscheidende Ursachen für den strukturellen Aufwärtstrend der Preise könnten sich vor allem aber Entwicklungen auf dem Energiesektor herausstellen: Biotreibstoffe und der Ölpreis. "Global gesehen ist die Biotreibstoffproduktion immer noch gering und betrifft nur fünf Prozent der Anbaufläche. Auf der anderen Seite kann eine derartige zusätzliche Nachfrage doch ein großer Preistreiber werden", so Südhoff. Besondere Aufmerksamkeit müsse man den Öl- und Energiepreisen widmen. Denn bereits bei der großen Welternährungskrise 2008 wären zunächst die Energiekosten gestiegen, um danach die Lebensmittelpreise mitzuziehen. Inzwischen ist der Ölpreis wieder im Höhenflug und legte binnen zwei Jahren von 51 Dollar pro Barrel auf fast 124 Dollar zu. Ein Anstieg, den speziell Agrarproduzenten zu spüren bekommen. Denn "Landwirtschaft ist sehr energieintensiv", betont Südhoff.

Die Rolle von Spekulation und Wettgeschäften

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Dokument erstellt am 2011-04-22 18:34:00
Letzte Änderung am 2011-04-26 09:55:00


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