• vom 10.07.2012, 07:40 Uhr

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Update: 10.07.2012, 19:30 Uhr
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Einigung im Arbeitskampf

Stopp von Erdölförderung in Norwegen abgewendet



  • Streik von Förderarbeitern beendet.

Amerikanische Tanklaster warten darauf, beladen zu werden - der Ölpreis ist auf Grund des Streiks in Norwegen leicht angestiegen. - APAweb / dapd

Amerikanische Tanklaster warten darauf, beladen zu werden - der Ölpreis ist auf Grund des Streiks in Norwegen leicht angestiegen. APAweb / dapd

Oslo. Ein drohender Stopp der Erdölförderung in Norwegen wegen eines Arbeitskampfs ist abgewendet. Der Streik der Förderarbeiter sei beendet, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Oslo in der Nacht auf Dienstag. Die Arbeitgeberorganisation OLF hatte für Mitternacht eine Aussperrung angekündigt. Wie in Oslo in der Nacht auf Dienstag mitgeteilt wurde, setzte Arbeitsministerin Hanne Bjurström daraufhin unmittelbar vor Inkrafttreten einer Flächenaussperrung eine Zwangsschlichtung in Gang. Damit wurden sowohl die geplante Aussperrung wie auch ein vor 16 Tagen begonnener Streik ausgesetzt.

Die größte Arbeitsgewerkschaft in der Branche erklärte, die Arbeiter auf den Bohrinseln nehmen die Arbeit umgehend wieder auf. Der zum größten Teil dem Staat gehörende Ölkonzern Statoil erklärte, es werde ein bis zwei Tage dauern für den Start der Produktion, binnen einer Woche werde man wieder die volle Kapazität erreichen.

Streik seit 24. Juni
Bjurström begründete den staatlichen Eingriff in den Tarifstreit mit dessen "großen gesellschaftlichen Konsequenzen". Sie sagte nach einem Gespräch mit Gewerkschaften und Arbeitgebern kurz vor Mitternacht: "Alles in allem wäre es unverantwortlich gewesen, den Konflikt weiterlaufen zu lassen."

Ein Streik von rund 700 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern der Ölindustrie hatte seit dem 24. Juni die norwegische Ölproduktion beeinträchtigt. In dem Tarifstreit fordern die Gewerkschaften Sonderregelungen für Mitarbeiter der Ölindustrie, die bereits mit 62 Jahren und nicht, wie in der Branche üblich, mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen wollen. Die Arbeitgeber lehnen dies ab mit dem Hinweis, die Beschäftigten der Branche seien bereits im Vorteil, da sie zwei Jahre früher in Pension gehen könnten als die übrige Bevölkerung. Verhandlungen zwischen beiden Seiten waren am Wochenende ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der Arbeitgeberverband OLF wollte ab Dienstag alle 6500 Beschäftigten auf den norwegischen Bohrinseln aussperren.

Ölpreise stiegen leicht
Norwegen ist nach Russland der zweitwichtigste Lieferant von Erdgas nach Europa und deckt 27 Prozent des deutschen Bedarfs. Die Ölpreise stiegen am Montag wegen des als wahrscheinlich geltenden Förderstopps auf allen 70 Plattformen in der norwegischen Nordsee leicht.

Analysten zufolge hätte der Produktionsstopp in Norwegen zu einem Kursanstieg der Nordsee-Sorte Brent führen können. Bereits am Montag war der Kurs an der Londoner Börse leicht um 81 Cent auf 99,00 Dollar gestiegen. Norwegen ist einer der größten Produzenten von Öl und Gas aus Förderanlagen auf hoher See. Insgesamt ist das skandinavische Land der achtgrößte Ölproduzent der Welt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-10 07:41:43
Letzte Änderung am 2012-07-10 19:30:08


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