Frankfurt. Neckermann.de ist pleite: Obwohl das Unternehmen mit der Gewerkschaft einen Kompromiss über die Sanierungsmaßnahmen finden konnte, legte sich der Eigentümer quer und verweigerte die Zahlung weiterer Mittel. Neckermann hat den Insolvenzantrag bereits eingebracht, bei dem deutschen Versandhändler stehen rund 2.500 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Der US-Investor Sun Capital Partners als Eigentümer halte das Ergebnis der Sanierungsverhandlungen mit Arbeitnehmervertretern "nicht für tragfähig" und stelle dem Unternehmen deswegen "keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung", teilte Neckermann in Frankfurt am Main mit. Das Unternehmen könne deswegen nicht wie bisher fortgeführt werden.
Eigentümer wollte Einigung mit Gewerkschaft nicht mittragen
In den vergangenen Wochen hatten Neckermann zäh mit der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat verhandelt. Nach einem vorläufigen Scheitern der Gespräche hatte am Mittwoch zunächst ein Kompromiss erzielt werden können. Wie das Unternehmen mitteilte, hatten sich Neckermann, Betriebsrat und Verdi "in begrenztem Umfang auf Abfindungen und Transfergesellschaften" verständigt. Auch in weiteren Punkten sei eine Einigung zwischen Unternehmen und Belegschaft erzielt worden. Eigentümer Sun Capital Partners habe dieses Ergebnis aber nicht mitgetragen, erklärte Neckermann.
Die Geschäftsführung werden alles daran setzen, das laufende Geschäft auch in der vorläufigen Insolvenz aufrechtzuerhalten, erklärte das Unternehmen. Alle Möglichkeiten würden nun geprüft, das Geschäft fortzuführen.