• vom 11.08.2012, 10:56 Uhr

International

Update: 11.08.2012, 11:04 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Goldener Anteilsschein soll Einfluss des Staates wahren

Monti bangt um Italiens Unternehmen



  • Konzerne im Bereich Verteidigung und nationaler Sicherheit im Fokus.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti will den Einfluss des Staates in strategischen Unternehmen absichern. - APAweb / dapd

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti will den Einfluss des Staates in strategischen Unternehmen absichern. APAweb / dapd

Rom. Die Übernahmewelle italienischer Konzerne durch asiatische Investoren bereitet Italiens Premier Mario Monti zunehmend Sorgen. Um zumindest die strategischen Unternehmen, die im Bereich Verteidigung und nationale Sicherheit relevant sind, zu schützen, hat der Ministerrat nun beschlossen, Maßnahmen gegen feindliche Übernahmen ins Auge zu fassen. Die Regierung soll eine "Golden Share" an diesen Konzernen übernehmen, dank der sie das letzte Wort im Fall von Akquisitionen hat.

Das Kabinett soll eingreifen können, wenn eine "gravierende Gefahr" für wesentliche Interessen im Bereich Verteidigung und nationale Sicherheit bestehen, beschloss der Ministerrat. Der Premier kann seine "Sonderkompetenzen" ausüben, indem bestimmte Bedingungen für den Erwerb von Beteiligungen durch andere Unternehmen festgelegt werden. Außerdem kann sich die Regierung gegen den Erwerb von Beteiligungen in einer Höhe wehren, die die Interessen der strategisch relevanten Unternehmen gefährdet. Diesbezüglich können Quoten festgelegt werden, die externe Konzerne beim Erwerb von Aktienpaketen nicht überschreiten dürfen.

Schutz für Rüstungskonzern Finmeccanica?
Das Dekret muss jetzt vom Staatsrat und von den im Parlament zuständigen Kommissionen überprüft werden. Mit der "Golden Share" will die Regierung Monti unter anderem relevante Konzerne wie das Rüstungskonzern Finmeccanica und seine Töchter schützen, die wegen ihres Know-how und ihrer Technologie im Ausland besonders begehrt sind.

In den vergangenen Monaten sind mehrere italienische Unternehmen in ausländische Hände geraten, was große Sorge in Italiens Industriekreisen ausgelöst hatte. Allerdings hatte es sich bisher nicht um strategisch relevante Konzerne gehandelt. Finanzstarke chinesische Gruppen profitieren von der schwierigen Konjunktur, um krisengeschüttelte Unternehmen zu Schleuderpreisen zu erwerben.

Das letzte "Opfer" des chinesischen Feldzugs in Italien ist die bekannte Jeans-Marke Sixty, die bisher im Besitz der renommierten Gruppe "Miss Sixty ed Energie" stand. Sie wurde zuletzt von der asiatischen Investmentgesellschaft Crescent Hyde Park erworben. Auch der namhafte  Luxusyacht-Hersteller Ferretti ist unter chinesische Kontrolle geraten. Für 400 Millionen Euro erwarb der chinesische Baumaschinenhersteller Shandong Heavy Industry die Mehrheit des hoch verschuldeten Ferretti-Konzerns.




Schlagwörter

Italien, Euro, Schuldenkrise

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-11 11:02:57
Letzte Änderung am 2012-08-11 11:04:46


Beliebte Inhalte



Herbert Stepic am Freitag vor der Presse. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Stepic stolperte über seine publik gewordenen privaten Offshore-Geschäfte.
  • Folgt Johann Strobl als neuer Chef von Raiffeisen International?
  • weiter

Mehr als 5000 "Siemensianer" arbeiten derzeit noch in der neuen "Siemens-City" in Wien-Floridsdorf. - apa
  • Auch in Österreich wackeln bis zu 1000 Arbeitsplätze
  • weiter

  • Was die Dorf-Genossen schafften, reicht heute von Rust bis Russland.
  • weiter

  • Tourismus-Wintersaison brachte Rekord bei Gästezahl und Nächtigungen.
  • weiter

Die blauen Pillen werden deutlich billiger. - Foto: Pfizer
  • Pfizer will direkt übers Internet verkaufen
  • weiter

Notenbank-Direktor Ittner: Seit 2002 erzielt Österreichs Volkswirtschaft Leistungsbilanzüberschüsse.
  • Leistungsbilanz für 2012 weist
  • 5,5 Milliarden Euro Überschuss aus.
  • weiter

Herbert Stepic am Freitag vor der Presse. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Stepic stolperte über seine publik gewordenen privaten Offshore-Geschäfte.
  • Folgt Johann Strobl als neuer Chef von Raiffeisen International?
  • weiter

Hinhaltetaktik Österreich wartet mit dem Informationsaustausch auf die Schweiz - und die Schweiz wartet auf den Rest der Welt. - reu
  • Österreichs Forderungen sind legitim, zögern aber mögliche Verhandlungserfolge hinaus.
  • weiter

  • Kostendruck für Leiterplattenhersteller war zu hoch, 109 Mitarbeiter betroffen.
  • weiter

Der Verkauf ist gescheitert, nun bleibt die Kommunalkredit beim Staat. - APAweb/HANS KLAUS TECHT
  • Privatisierungsprozess wurde nicht abgeschlossen, die Preise waren zu schlecht.
  • Jetzt hofft die Republik, dass Brüssel keinen Zwangsverkäufer schickt.
  • weiter




Werbung



Quiz



Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung