Rom/Wien. (hes/hdt) An Österreichs Tankstellen kurz vor der Grenze stauen sich die Auto-Kolonnen: Alle Italiener wollen kurz vor der Ausreise noch ihren Tank anfüllen. Denn in der Heimat droht der Preis für einen Liter Super-Benzin bald die 2-Euro-Grenze zu durchbrechen. Am Samstag zuvor hatte die Regierung Monti im Nachbarland wieder die Spritsteuern erhöht - zum dritten Mal binnen der letzten acht Monate.
Aber auch die Spritpreise in Österreich und Deutschland liegen nur mehr knapp unter den Rekordwerten vom Frühjahr. Der durchschnittliche Preis für Eurosuper 95 betrug an den heimischen Tankstellen laut EU-Preismonitor bereits 1,473 Euro pro Liter - immerhin 18,69 Cent weniger als im EU-Durchschnitt. Der durchschnittliche Dieselpreis lag zuletzt bei 1,426 Euro pro Liter - 9,37 Cent niedriger als im EU-Schnitt, aber nur mehr knapp unter dem Rekord von 1,436 Euro am 3. April.
In Deutschland hat am Donnerstag ein Liter Super E10 durchschnittlich 1,667 Euro gekostet. Auch Diesel ist binnen einer Woche um fast 40 Cent teurer geworden und kostete durchschnittlich 1,523 Euro nach 1,481 Euro in der Vorwoche. Heizöl kostet in Deutschland derzeit so viel, wie seit vier Jahren nicht mehr.
Brent-Öl in Euro auf Rekord
Laut BP-Europachef Michael Schmidt müssen sich die Autofahrer auf anhaltend hohe Preise einstellen - in der Eurozone schlägt der höhere Ölpreis durch den schwächeren Euro noch schmerzhafter durch. Gegenüber dem US-Dollar, in dem weltweit die allermeisten Ölgeschäfte abgewickelt werden, hat der Euro seit Jahresbeginn 15 Prozent an Wert eingebüßt. Der Preis für die Referenz-Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag auf den neuen Rekord von fast 95 Euro - das Fass kostete damit mehr als während der Höhenflüge des Jahres 2008.