Frankfurt/Berlin.

Und der Arbeitskampf ist noch nicht zu Ende: Am Freitag wollen die Flugbegleiter, so die Lufthansa-Führung im Tarifkonflikt nicht einlenkt, erneut in den Ausstand treten - und zwar bundesweit; das gab der Vorsitzende der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (Ufo), Nicoley Baublies, am Abend im Bayerischen Rundfunk bekannt. Der Schaden für Europas größte Airline soll sich jedenfalls schon jetzt in mehrfacher Millionenhöhe bewegen.
In Berlin-Tegel legten am Dienstag die Flugbegleiter um 5 Uhr ihre Arbeit nieder, eine Stunde später auch in Frankfurt - für jeweils acht Stunden. Die bisher längste Streikaktion begann um 13 Uhr in München und dauerte bis Mitternacht. Viele Kunden wussten bei der Ankunft am Flughafen noch nichts von dem Ausstand. Denn an welchem Airport, ab wann und wie lange gestreikt wird, war von der Gewerkschaft Ufo erst kurz davor bekanntgegeben worden.
Die Lufthansa kritisierte diese Taktik als "sehr fluggastfeindlich". Ein Sprecher der AUA-Tochter sagte laut Reuters: "Das ist keine Taktik der Nadelstiche, wie von Ufo angekündigt. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Kunden." Die sind zwar genervt, überraschenderweise haben jedoch die meisten von ihnen Verständnis für die Forderungen der rund 18.000 Stewardessen und Stewards.
Geduld ist jedenfalls gefragt - denn eine Lösung des Tarifkonflikts ist weiter nicht in Sicht, zu verhärtet sind die Fronten. Und Gespräche zwischen den beiden Streitparteien gibt es derzeit schon gar nicht. Die Lufthansa selbst prüft weiterhin rechtliche Schritte.
Mehr Gehalt und ein Ende der Leiharbeit gefordert
Konkret fordern die Flugbegleiter fünf Prozent mehr Gehalt, ein Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Die Lufthansa, der das schwierige Umfeld in der Branche aktuell zu schaffen macht, will indes mittelfristig Personalkosten sparen und die Gehälter lediglich um 3,5 Prozent (für einen Zeitraum von drei Jahren) anheben. Daneben will sie unter anderem die Beförderungsstufen strecken.
Auch am Flughafen Wien sorgte der Lufthansa-Streik am Dienstag für mehrere Flugausfälle. Um ihrer Mutter erneut auszuhelfen, setzte die AUA auf den Strecken nach Frankfurt, Berlin und München größere Flugzeuge (darunter zwei Langstreckenflieger) ein.