Frankfurt/Wien. (reu/sf) Im Tarifstreit mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo ist die Lufthansa nun offen für eine Schlichtung. Allerdings dürfe es in den Kompromissgesprächen ausschließlich um die Bezahlung der Flugbegleiter gehen - andere Forderungen wie der Stopp von Leiharbeit müssten außen vor bleiben, sagte Lufthansa-Passagiervorstandsmitglied Peter Gerber.
"Zu dem Thema Vergütung und Vergütungsstruktur werden wir uns nicht verschließen", sagte er. Alles andere seien Unternehmensentscheidungen, die nicht verhandelbar seien. Große Hoffnungen auf einen Durchbruch in dem zähen Tarifkampf habe er aber nicht. Die Schlichtung sei eine "suboptimale Lösung" und die Tarifverträge der Lufthansa zu komplex für einen Vermittler, der das Thema nicht schon jahrelang begleite. Ufo will den Lufthansa-Verkehr am Freitag deutschlandweit von 0 Uhr bis 24 Uhr lahmlegen, wenn der Konzern nicht vorher eine Schlichtung einleitet.
Streik würde 20 Flüge von und nach Österreich treffen
Während die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 15 Monaten fordert, hat die Lufthansa den 18.000 Flugbegleitern eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten. Das Unternehmen plant aber eine konzerninterne Billigtochter und will Gehaltsstufen strecken.
Rund 20 Lufthansa-Flüge zwischen Österreich und Deutschland wären vom am Dienstagabend angekündigten Streik betroffen, sagt Peter Thier, Sprecher der Austrian Airlines (AUA). Flüge der Regional- und Tochtergesellschaften wie der AUA werden jedoch planmäßig durchgeführt. "Wir werden im Streikfall größere Flugzeuge zwischen Österreich und Deutschland einsetzen und versuchen, alle Lufthansa-Passagiere mitzunehmen", sagte Thier. Passagieren, die nicht unbedingt am Freitag fliegen müssen, empfiehlt er, kostenlos umzubuchen.
Bei zwei Streikwellen wurden bisher mehr als 500 Flüge annulliert - darunter waren mehr als zwei Dutzend Ausfälle von und nach Österreich. In Berlin, Frankfurt und München wurden 43.000 Passagiere umgebucht oder konnten nicht fliegen.