• vom 07.09.2012, 17:26 Uhr

International

Update: 07.09.2012, 17:29 Uhr
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Renditen für Staatsanleihen stark gefallen

Krisen-Länder profitieren bereits von EZB-Ankündigung



Viele Händler können es kaum fassen: Spanische Staatsanleihen werden wieder günstiger - zumindest für Spanien. - APAweb/Reuters/Andreas Comas

Viele Händler können es kaum fassen: Spanische Staatsanleihen werden wieder günstiger - zumindest für Spanien. APAweb/Reuters/Andreas Comas

Frankfurt. Einen Tag nach der EZB-Ankündigung von unbegrenzten Staatsanleihenkäufen unter Auflagen hat sich die Entspannung an den krisengeschüttelten Rentenmärkten Südeuropas fortgesetzt. Insbesondere in Spanien, aber auch in Italien und Portugal waren die Risikoaufschläge zu deutschen Staatsanleihen am Freitag weiter rückläufig. In Spanien und Italien liegen die Zinsaufschläge, die private Investoren von den Ländern verlangen, mittlerweile so tief wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr. In Portugal erreichten sie sogar den tiefsten Stand seit deutlich über einem Jahr.

  Die Rendite für portugiesische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sank erstmals seit dem Hilfsgesuch des Landes beim Rettungsfonds EFSF im Mai 2011 unter die Marke von acht Prozent. Im Tief rentierten die Papiere mit 7,86 Prozent. Anfang dieses Jahres hatte die Rendite noch mehr als doppelt so hoch gelegen. Neben den in Aussicht gestellten Anleihekäufen der EZB gelten die Reform- und Sparanstrengungen des südeuropäischen Landes als Grund.

  Euro-Krisenländer wie Portugal oder Irland, die schon unterm Rettungsschirm sind, können zurzeit nicht unmittelbar von Interventionen der EZB am Anleihemarkt profitieren. EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag klargestellt, dass diese Länder, die bereits jetzt ein vollständiges Hilfsprogramm durchlaufen, erst dann auf Anleihekäufe der Notenbank zählen können, wenn sie sich wieder selbstständig mit der Ausgabe neuer Anleihen refinanzieren können. Für Portugal ist dies im Laufe des kommenden Jahres vorgesehen. Dennoch profitiert das Land besonders stark von der aktuellen Entspannung an den Rentenmärkten Südeuropas.

Spanien entfernt sich von kritischer Marke
  Bereits in den vergangenen Wochen hatte allein die Aussicht auf ein massives Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) für stark rückläufige Renditen in Südeuropa gesorgt. Dieser Trend setzte sich nun fort: Im zweijährigen Laufzeitbereich, der angesichts der avisierten EZB-Käufe mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren ausschlaggebend ist, sank die Rendite für spanische Staatspapiere am Freitag um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 2,58 Prozent. Zum Vergleich: Im Juli - also kurz bevor EZB-Chef Mario Draghi erste Hinweise auf starke Interventionen gab - hatte sie mit rund 6,5 Prozent rund zweieinhalb mal so hoch gelegen. In Italien und Portugal fällt die Entwicklung seither ähnlich aus, wenngleich nicht ganz so stark wie in Spanien.

  Auch Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten profitierten zuletzt von der Entwicklung in den kurzen Laufzeiten: In Spanien sank die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen am Freitag um weitere 0,3 Punkte auf 5,66 Prozent. Auch sie hatte im Juli mit bis zu 7,5 Prozent deutlich höher gelegen.




Schlagwörter

Staatsanleihen, Euro-Krise

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-07 17:28:33
Letzte Änderung am 2012-09-07 17:29:22


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