• vom 21.09.2012, 13:41 Uhr

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Update: 21.09.2012, 13:43 Uhr
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Andor: Deutsche Wirtschaftspolitik hat Krise mit verursacht

EU-Kommissar für Soziales fordert höhere Mindestlöhne in Deutschland



Die Kluft zwischen regulärer Arbeit und Mini-Jobs nehme zu. "Die Mini-Jobber riskieren, in dieser Position hängen zu bleiben und in eine Armutsfalle zu geraten" - APAweb/Sebastian Willnow/dapd

Die Kluft zwischen regulärer Arbeit und Mini-Jobs nehme zu. "Die Mini-Jobber riskieren, in dieser Position hängen zu bleiben und in eine Armutsfalle zu geraten" APAweb/Sebastian Willnow/dapd

Frankfurt/Main. EU-Beschäftigungskommissar Laszlo Andor hat Mindestlöhne in Deutschland gefordert. Die Löhne in Deutschland müssten wieder der Entwicklung der Produktivität folgen, sagte der Ungar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vom Freitag. Deutschland habe im vergangenen Jahrzehnt enorme Lohnzurückhaltung geübt und mit dieser Wirtschaftspolitik die Ungleichgewichte im Euroraum verstärkt und die Krise "mitverursacht". Diese sei eben nicht nur das Ergebnis fehlerhafter Politik in den Krisenstaaten.

Die Kluft zwischen regulärer Arbeit und Mini-Jobs  
Andor beklagte zudem eine zunehmende Zergliederung des deutschen Arbeitsmarkts. Die Kluft zwischen regulärer Arbeit und Mini-Jobs nehme zu. "Die Mini-Jobber riskieren, in dieser Position hängen zu bleiben und in eine Armutsfalle zu geraten", sagte der Kommissar. Die genaue Höhe der Mindestlöhne müsse von den Sozialpartnern verhandelt werden.

  Andor unterstützte auch die Initiative der EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote in Aufsichtsräten. Deutschland setze immer noch die falschen Anreize, um Frauen in den Arbeitsmarkt zu locken. "Anreize wie das Betreuungsgeld und auch das Elterngeld, so wie es in Deutschland ausgestaltet ist, führen in die falsche Richtung", kritisierte Andor. Zwar sei der Anteil der arbeitenden Frauen in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, doch vor allem wegen vieler Teilzeitstellen. "Die Frauen nehmen also nicht ausreichend am Arbeitsleben teil."



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-21 13:42:25
Letzte Änderung am 2012-09-21 13:43:10


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