• vom 26.09.2012, 16:18 Uhr

International

Update: 26.09.2012, 16:35 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Toyota und Nissan drosseln Fertigung für chinesischen Markt

Japans Autobauer fahren wegen Inselstreit Produktion zurück



  • Diplomatische Bemühungen um Beilegung der Krise laufen.

Toyota macht der Inselstreit einen Strich durch die Rechnung. - APAweb/Shizuo Kambayashi

Toyota macht der Inselstreit einen Strich durch die Rechnung. APAweb/Shizuo Kambayashi

Tokio. Der Inselstreit zwischen Japan und China zieht die japanischen Autobauer immer stärker in Mitleidenschaft: Toyota und Nissan kündigten nun an, ihre Produktion in China zu drosseln. Bei Toyota wird die lokale Fertigung für den chinesischen Markt "angepasst", Nissan will die Produktion vorübergehend überhaupt komplett einstellen.

  Ein Nissan-Sprecher sagte, dass die Produktion in China von 27. September bis 7. Oktober gestoppt werde. Als Gründe gab er die "aktuelle Marktsituation" sowie die Ferien in China an. Ab dem 8. Oktober werde Nissan "flexibel" auf weitere Marktentwicklungen reagieren. Nissan verfügt über drei Werke in China. Dort wurden 2011 insgesamt fast 1,2 Millionen Fahrzeuge hergestellt.

Verkaufsziel in Gefahr
Eine japanische Zeitung hatte zunächst gemeldet, Toyota werde die Produktion in China für den Monat Oktober gänzlich einstellen, was sich offenbar aber als Falschmeldung herausstellte. Doch auch mit der Drosselung der Fertigung könnte Toyotas Ziel in Gefahr geraten, in diesem Jahr in China eine Million Fahrzeuge abzusetzen. Toyota hat drei Werke in China, wo rund 800.000 Autos pro Jahr hergestellt werden.

Wegen der antijapanischen Proteste in China hatten Toyota, Nissan und Honda vergangene Woche bereits ihre dortige Produktion ganz oder teilweise eingestellt.

Diplomatische Bemühungen
  Unterdessen trafen in New York am Rande der UNO-Vollversammlung die Außenminister der beiden Länder zusammen. Der chinesische Außenminister Yang Jiechi warf dabei seinem japanischen Amtskollegen Koichiro Gemba einen "groben Verstoß" gegen die territoriale Integrität Chinas vor, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Nach Angaben von Diplomaten, die anonym bleiben wollten, hatte Gemba um das einstündige Treffen gebeten, bei dem die Stimmung "ernst" gewesen sei. Die Minister hätten sich geeinigt, den Dialog fortzusetzen, sagte ein japanischer Diplomat in New York.

  Die Inselgruppe, in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt, liegt etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer von Japan entfernt. Vier der fünf Inseln waren bisher in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die japanische Regierung verstaatlichte kürzlich drei der Inseln - was den seit langem schwelenden Konflikt verschärfte. Das Archipel liegt strategisch günstig, die Gewässer gelten als besonders fischreich, und es werden Erdöl und Erdgas auf dem Meeresgrund vermutet.




Schlagwörter

China, Japan, Nissan, Toyota

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-26 16:32:59
Letzte Änderung am 2012-09-26 16:35:30


Beliebte Inhalte



Herbert Stepic am Freitag vor der Presse. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Stepic stolperte über seine publik gewordenen privaten Offshore-Geschäfte.
  • Folgt Johann Strobl als neuer Chef von Raiffeisen International?
  • weiter

Mehr als 5000 "Siemensianer" arbeiten derzeit noch in der neuen "Siemens-City" in Wien-Floridsdorf. - apa
  • Auch in Österreich wackeln bis zu 1000 Arbeitsplätze
  • weiter

  • Was die Dorf-Genossen schafften, reicht heute von Rust bis Russland.
  • weiter

Die blauen Pillen werden deutlich billiger. - Foto: Pfizer
  • Pfizer will direkt übers Internet verkaufen
  • weiter

  • Tourismus-Wintersaison brachte Rekord bei Gästezahl und Nächtigungen.
  • weiter

Herbert Stepic am Freitag vor der Presse. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Stepic stolperte über seine publik gewordenen privaten Offshore-Geschäfte.
  • Folgt Johann Strobl als neuer Chef von Raiffeisen International?
  • weiter

Notenbank-Direktor Ittner: Seit 2002 erzielt Österreichs Volkswirtschaft Leistungsbilanzüberschüsse.
  • Leistungsbilanz für 2012 weist
  • 5,5 Milliarden Euro Überschuss aus.
  • weiter

Hinhaltetaktik Österreich wartet mit dem Informationsaustausch auf die Schweiz - und die Schweiz wartet auf den Rest der Welt. - reu
  • Österreichs Forderungen sind legitim, zögern aber mögliche Verhandlungserfolge hinaus.
  • weiter

  • Kostendruck für Leiterplattenhersteller war zu hoch, 109 Mitarbeiter betroffen.
  • weiter

Der Verkauf ist gescheitert, nun bleibt die Kommunalkredit beim Staat. - APAweb/HANS KLAUS TECHT
  • Privatisierungsprozess wurde nicht abgeschlossen, die Preise waren zu schlecht.
  • Jetzt hofft die Republik, dass Brüssel keinen Zwangsverkäufer schickt.
  • weiter




Werbung



Quiz



Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung