Düsseldorf. (rel) So wird es einmal sein: Einfach den Stecker ziehen und dann elektrisch mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Geht die Batterie aus oder sind längere Fahrten geplant, wird per Knopfdruck vom Elektrotriebwerk auf Verbrennungsmotor umgeschaltet. Die Hybrid-Technologie samt Plug-in-Modul macht es möglich.
Dass allerdings die Nachfrage in den vergangenen Jahren vor allem in Europa stark gestiegen ist, liegt weniger am Umweltbewusstsein der Kunden, sondern am hohen Ölpreis. Zu den ersten Autobauern, die daher den Hybrid-Antrieb als lukratives Geschäftsmodell erkannt haben, zählen Volkswagen und Toyota. Den Ankündigungen auch Taten folgen ließen bisher nur die Japaner. Sie haben bereits mit insgesamt fünf Toyota- und vier Lexus-Modellen in nahezu allen Fahrzeugklassen ein Hybrid-Modell im Angebot, darunter die Golf- und Polo-Konkurrenten Prius, Auris und Yaris.
Und es läuft gut, die Verkaufszahlen können sich sehen lassen: Demnach verkaufte Toyota in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres weltweit 630.000 Hybrid-Autos. Seit dem Start der Technologie waren es bisher 4,4 Millionen Fahrzeuge. In Europa sind 15 Prozent aller verkauften Toyotas Hybride. Die Wartelisten sind lang, weswegen die Japaner bereits über den Aufbau einer eigenen Batteriefertigung in der EU nachdenken. "Entwickelt sich die Nachfrage weiter so, müssen wir die Batterien auch in Europa produzieren", sagt Toyota-Deutschland-Chef Toshiaki Yasuda. Mit Importen aus Asien sei der steigende Bedarf nicht mehr abzudecken. Immerhin zählt der Autobauer auch zu den führenden Batterieherstellern in Asien. Rund eine Million Stück pro Jahr sollen es sein.
Um den Anschluss an die Japaner am Markt nicht ganz zu verlieren, hat nun auch Volkswagen eine Hybrid-Offensive angekündigt - und zur Aufholjagd geblasen. Wie VW-Chef Martin Winterkorn vor wenigen Tagen am Rande einer Autoshow in Paris erklärt hat, will der Konzern in den kommenden Jahren nicht weniger als 7 Milliarden Euro in die Entwicklung von Hybrid-Modellen investieren. Geht es nach Winterkorn, soll etwa der Audi A3 bereits Ende 2012 und der Golf 7 bis Anfang 2014 in einer Plug-in-Variante ausgeliefert werden.
Hybridmodell Toyota Yaris auch in Österreich gefragt
Bis es so weit ist, will Toyota seine Vorreiterrolle in Europa weiter ausbauen. So auch in Österreich. Wie Händler berichten, sollen die Japaner hierzulande auf "enormes Kundeninteresse" stoßen. Besonders begehrt sei demnach das Hybrid-Modell Yaris, dessen Kauf die Händler derzeit mit einer zinslosen Drittelfinanzierung versüßen. "Unsere Erwartungen wurden um ein Vielfaches übertroffen", jubelt etwa der Autohausbetreiber Friedrich Frey.