• vom 12.10.2012, 21:10 Uhr

International

Update: 12.10.2012, 21:24 Uhr
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Die Eurokrise ist nicht die einzige Gefahr

Die Weltwirtschaft hängt an China und den USA


Von Hermann Sileitsch

  • Politblockade und Inselstreit als Risiken.
  • Im Jahr 2017 wird Chinas Wirtschaft die USA und EU überholt haben.



Tokio. Gute Nachrichten für die gescholtenen Europäer, aber schlechte für die Weltwirtschaft: Die Eurokrise ist nicht der einzige Grund zur Sorge. Bei der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Japan, die am Sonntag endet, wurden weitere Risikoherde ausgemacht: die USA, Asiens große Volkswirtschaften und die Energiepreise.

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Die globale Wirtschaftsleistung wird von drei Blöcken dominiert: der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten von Amerika und China (siehe Grafik). Die vor wenigen Tagen veröffentlichten IWF-Daten zeigen den kometenhaften Aufstieg Chinas: Bis 2016 wird die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik die EU und bis 2017 die USA überholt haben.

Unbestritten in Führung ist das asiatische 1,3-Milliarden-Volk in einer anderen Statistik: Im zweiten Quartal 2012 steuerte China fast 42 Prozent des globalen Wachstums bei. Die USA kamen auf knapp 16 Prozent und Indien trug immerhin fast 9 Prozent bei - die Eurozone, die in der Rezession steckt, lieferte hingegen ein Minus von gut 3 Prozent ab.

USA steuern auf Klippen zu
Jedes Abrutschen eines dieser Blöcke wäre eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Vor einem sehr konkreten Bedrohungsszenario stehen die USA kurz nach den Präsidentschaftswahlen: Gelingt es Republikanern und Demokraten nicht, sich auf einen Budget-Kompromiss zu einigen, wird ein Bündel von Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen schlagend, das gut drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes kosten würde. Dann wären die zuletzt ermutigenden Konjunkturdaten obsolet und die USA würden in die Rezession gestürzt, warnt der IWF.

Diese Gefahr wird als "fiscal cliff", als Fiskalklippe, bezeichnet, über welche die US-Wirtschaft zu fallen droht. Und das Szenario ist keineswegs unrealistisch, wenn man sich an den Sommer 2011 zurückerinnert: Damals entgingen die USA um Haaresbreite der Zahlungsunfähigkeit, weil sich die Parteien im Kongress erst in letzter Sekunde auf eine Anhebung des Schuldenlimits einigten.

Experten fürchten, dass die Parteien nach dem intensiven Wahlkampf jede Kompromissbereitschaft vermissen lassen. Wobei die nächste Konfrontation vor der Tür steht: Bis Jänner 2013 müssen Demokraten und Republikaner das Schuldenlimit von derzeit 16,4 Billionen Dollar (13,4 Billionen Euro) wieder anheben, sonst droht erneut die Pleite.

Inselstreit birgt Gefahren
Und ist dieses Zittern vorbei, fehlt noch ein Plan zur Konsolidierung: Die Staatsschulden und das Defizit sehen Ende 2012 laut IWF mit 107 Prozent (Tendenz steigend) und 8,7 Prozent des BIP in den USA um vieles schlechter aus als in der viel kritisierten Eurozone (94 Prozent Schulden - Tendenz fallend - und 3,3 Prozent Defizit).

Eine akute Gefahr für Asien ist der Inselstreit zwischen China und Japan. Peking schickte aus Protest nur den stellvertretenden Finanzminister und Notenbankchef zum IWF-Treffen nach Tokio. Schwerer wiegen die ökonomischen Folgen: Die Verkäufe für Japans Autobauer in China brechen massiv ein - Toyota, Honda und Co. haben im September um 35 bis 50 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft.

Leichte Entwarnung gibt es bei den hohen Energiepreisen: Der Ölpreis könnte wegen der schwachen Konjunktur in den nächsten fünf Jahren graduell sinken, prophezeit die Energieagentur IEA. Die rasant steigende Fördermenge im Irak und in Nordamerika trügen dazu ebenfalls bei.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-12 18:17:10
Letzte Änderung am 2012-10-12 21:24:41


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