
(ja) Junge Menschen wollen Flatrates. Das ist die Kernaussage einer Studie des deutschen Instituts Forsa. Sie würden Pauschalen auch für Heizkosten und andere Bereiche begrüßen.
Die Erhebung zeigt, dass jungen Konsumenten Flatrates deutlich mehr annehmen als Ältere. Im Vergleich zu den über 60-Jährigen gaben mehr als doppelt so viele 18- bis 29-Jährige an, sich auch in anderen Lebensbereichen Pauschalangebot zu wünschen. 20 Prozent der über 60-Jährigen lehnen diese hingegen vollends ab. Eine Aussage, die nicht einer der Befragten unter 30 Jahren machte.
Besonders hoch ist das Bewusstsein für die anfallenden Kosten in den Bereichen Telefonie und Internet. So gaben 81 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, monatliche Fixkosten für den Mobilfunk und damit als sehr gut berechenbar zu empfinden, wohingegen beispielsweise Heizkosten (36 Prozent) nicht als solche angesehen werden. Viele Junge empfinden variable Rechnungen als Last und hätten gerne Pauschalen in anderen Lebensbereichen wie Tanken (71 Prozent) oder Parken (60 Prozent).
Bei der Gruppe der über 60-Jährigen empfinden 76 Prozent ihre Heizkosten als Fixpunkt im Haushaltsbudget, wohingegen die Mobilfunk-Flat mit 50 Prozent eher zweitrangig ist.
Florian Häupl vom Trendbüro interpretiert die Ergebnisse als Zeichen für den gesellschaftlichen Wandel. "Für die Always-on-Generation ist Kommunikation über Mobiltelefon und mobiles Internet zum festen Lebensbestandteil geworden. Flatrates sind dabei das ideale Kostenmodell, um 'Miete' in der digitalen Zweitheimat zu zahlen. Auch in anderen Branchen, wie z.B. im Automobilbereich mit dem Carsharing, lässt sich diese Entwicklung beobachten. Services werden wichtiger als Produkte, Zugang wird wichtiger als Besitz."
Zur Methodik
Die Umfrage von Forsa im Auftrag von blau.de durchgeführt. Befragt wurden 1000 Erwachsene ab 18 Jahren im Oktober 2012.