Dem Bericht zufolge sollen der russische Präsident Dmitri Medwedew und Premier Wladimir Putin in Gesprächen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen Einstieg Sistemas bei Infineon gedrungen haben. Merkel soll sich daraufhin bereiterklärt haben, als Vermittlerin aufzutreten und ihren Wirtschaftsberater Jens Weidmann beauftragt haben, die Lage zu sondieren, berichtet die Zeitung. Druck wolle die Regierung aber nicht aufbauen.
Infineon-Sprecher Laudien wollte den Bericht über die Aussage keine Gespräche zu führen hinaus nicht kommentieren. Die FTD zitiert allerdings ohne nähere Angabe der Person aus dem Aufsichtsrat: "Ein Einstieg von Sistema kann nicht im Interesse von Infineon sein, Das schränkt jede Expansionsmöglichkeit im Westen ein."
Der Chiphersteller befindet sich nach einer tiefen Krise derzeit im Aufwind. Nach einem starken ersten Halbjahr steigerte er im Frühjahr die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Derzeit erwartet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 4,2 Mrd. Euro.
Zum aktuellen Produktportfolio von Infineon gehören unter anderem Chips für die Autoindustrie, Sicherheitskarten und Ausweise oder Handys. Auch Apple gehört zu den Kunden der Münchner. Der FTD zufolge könnten sich die Russen besonders für die Pass- und Verschlüsselungstechnik von Infineon interessieren (APA)