• vom 29.10.2013, 17:12 Uhr

International

Update: 29.10.2013, 18:47 Uhr

Großbritannien

Großbritannien begibt erste Scharia-konforme Anleihe




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  • London "umarmt den Wandel" und steigt in den lukrativen Markt ein.

Cameron wirbt am "World Islamic Economic Forum".

Cameron wirbt am "World Islamic Economic Forum".© reuters Cameron wirbt am "World Islamic Economic Forum".© reuters

London. (da) Auf eine Billion Dollar wird der Markt mit islamischen Finanzprodukten, die in Einklang mit der Scharia stehen, taxiert. Bis 2015 soll sich dieser Markt gar verdoppeln. Als erster westlicher Staat steigt Großbritannien in das lukrative Business ein: Premier David Cameron höchstpersönlich kündigte am Dienstag beim "World Islamic Economic Forum", dem islamischen Gegenstück zum Davoser Treffen, an, dass sein Land eine 200 Millionen Pfund schwere Anleihe am Markt platzieren werde.

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"Während sich andere in der westlichen Welt gegen den Wandel wehren, umarmen wir ihn", erklärt Finanzminister George Osborne in der "Financial Times" den Vorstoß - der ganz im Einklang mit dem wichtigsten Finanzplatz Europas, der City of London, erfolgt. Die im kommenden Jahr auf den Markt kommende Anleihe dient vor allem als politisches Signal und als Testlauf für die Attraktivität Londons als Handelsplatz für islamische Produkte.

Ausgegeben werden von der britischen Regierung sogenannte Sukuk. Aufgrund des Zinsverbotes im Islam liegen den Anleihen reale Sachwerte zugrunde, von deren Entwicklung die Anleger profitieren. Im Falle von Großbritannien gilt die Hinterlegung mit staatlichen Immobilien als wahrscheinlich, Erlöse aus Mieterträgen könnten an die Investoren fließen.

Im zweiten Anlauf
Sechs Jahre dauerte es, bis London seinen Sukuk offiziell verkündete. Bereits 2007 wurden erste Pläne lanciert, scheiterten aber am Widerstand mehrerer britscher Behörden.

Seit Jahren werden aber muslimische Kunden in Europa umgarnt, bieten Banken und Versicherungen Scharia-konforme Finanzprodukte an. Bei der Umsetzung gibt es Restriktionen, in mehrere Branchen darf nicht investiert werden. Anteile von Unternehmen, die Alkohol, Tabak, Schweinefleisch oder Waffen herstellen oder damit handeln, sind ebenso ausgeschlossen wie die von Firmen, die etwas mit Pornografie oder Glücksspiel zu tun haben.

Neben dem Werben um muslimische Anleger versucht sich London auch als neue China-Drehscheibe zu positionieren. Wieder gibt Premier Cameron die Richtung vor, verkündete kürzlich, es sei seine "Mission", London als Handelsplatz für chinesische Banken zu etablieren.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-10-29 18:17:06
Letzte Änderung am 2013-10-29 18:47:27



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