• vom 18.08.2015, 18:18 Uhr

International

Update: 28.08.2015, 12:14 Uhr

Südkorea

Staatlich verordnete Kreativität




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"Wir brauchen daher mehr Erfolgsgeschichten", sagt Richard Min, Start-up-Pionier, der die Branche seit 15 Jahren betreut.

"Wir brauchen daher mehr Erfolgsgeschichten", sagt Richard Min, Start-up-Pionier, der die Branche seit 15 Jahren betreut.© Kretschmer "Wir brauchen daher mehr Erfolgsgeschichten", sagt Richard Min, Start-up-Pionier, der die Branche seit 15 Jahren betreut.© Kretschmer

"Jeder in Südkoreas Start-up-Szene hat in irgendeiner Weise von Regierungsgeldern profitiert", sagt Richard Min: "Natürlich stehen die Beamten aber auch unter Erklärungsnot, warum sie das Geld der Steuerzahler bei uns investiert hat. Wir brauchen daher mehr Erfolgsgeschichten." Min gilt als einer der wenigen, der diese produzieren kann: Als Pionier der Branche betreut er seit über 15 Jahren Start-ups als Coach und Mentor. Er kennt die Regeln wie kein Zweiter, um auf dem koreanischen Markt bestehen zu können.

Als gebürtiger Amerikaner gehört Richard Min auch zu jenen "Rückkehrern", die die Tech-Szene vor allem in ihren Anfängen maßgeblich beeinflusst haben. Natürlich ist dies kein Zufall, kommt ihnen doch die frische Perspektive auf das Heimatland ihrer Eltern zugute. "Hier gilt Misserfolg oft als Schande. In Amerika wird das eigene Scheitern wie ein Ehrenabzeichen getragen, auf dem Weg zum nächsten Versuch", sagt Min.

Um sich von der Last der Tradition zu befreien, geben sich daher die meisten Mitarbeiter in koreanischen Start-ups westliche Vornamen, kommen auch mal in Shorts zur Arbeit und sprechen möglichst informell miteinander. Vor allem aber scheuen sie auch nicht davor zurück, von einer besseren Welt zu träumen - denn das ist letztlich das Versprechen der Start-up-Welt an die koreanische Jugend: Dem Broterwerb eine erfüllende Bedeutung verleihen.

Dessen ist sich auch Ethan Lee von MyMusicTaste bewusst. Noch erntet er von seinen einstigen Klassenkameraden trotz seines frühen Erfolges meist hochgezogene Augenbrauen und fragende Blicke. "Spätestens in fünf Jahren werden sie mich beneiden", sagt Lee: "Nämlich dann, wenn sie endgültig realisieren, dass ihr Job nichts bewirkt außer großen Firmen Geld zu bringen."

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Südkorea, Startup

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Dokument erstellt am 2015-08-18 18:23:05
Letzte nderung am 2015-08-28 12:14:04



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