• vom 26.01.2016, 18:06 Uhr

International

Update: 26.01.2016, 18:14 Uhr

Siemens

Siemens verzückt die Aktionäre




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  • Lange war das Industrie-Flaggschiff vor allem mit sich selbst beschäftigt. Doch statt Problemen gibt es nun Gewinne.

Siemens-Chef Joe Kaeser hat derzeit gut lachen. - © ap

Siemens-Chef Joe Kaeser hat derzeit gut lachen. © ap

München. (rs) Als Joe Kaeser 2013 das Ruder bei Siemens übernahm, war die Wunschliste bei vielen Aktionären schon durch Bescheidenheit geprägt. Nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre, nach all den Vorstandsrochaden, Korruptionsaffären und unternehmerischen Fehlentscheidungen sehnten sich viele Anteilseigner einfach nur nach Ruhe. Und sie waren bereit, Kaeser Zeit zu geben, damit dieser das schlingernde deutsche Industrieflaggschiff wieder in sichereres Fahrwasser steuern kann.

Doch der Siemens-Chef verspricht mittlerweile nicht mehr nur Stabilität, er überrascht seine Aktionäre auch mit sprudelnden Gewinnen. "Wir sind stark, ich glaube sogar sehr stark in das neue Geschäftsjahr gestartet, und das vor dem Hintergrund eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds", sagte Kaeser am Dienstag auf der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle. Dabei sorgten ausgerechnet jene Geschäftsfelder des weit verzweigten Technologiekonzerns für üppige Zuwächse, denen viele Experten am wenigsten zugetraut hatten. So konnte Siemens General Electric (GE) und Alstom im Kraftwerksbereich entgegen aller Befürchtungen Marktanteile abjagen. Bei großen Gasturbinen, wie sie in modernen Kraftwerken zum Einsatz kommen, ist der Marktanteil damit von 20 auf 25 Prozent gestiegen.

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Auch Großaufträge bei Zügen sowie die enorme Nachfrage nach Medizintechnik in China stimmten Kaeser optimistisch. Der Konzernchef stockte deshalb seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2015/16 um 200 Millionen Euro auf 5,6 Milliarden Euro auf. Die meisten Konkurrenten klagten zuletzt über Einbußen.

Kaeser halfen aber nicht nur die unter anderem aus Ägypten stammenden Milliardenaufträge, sondern auch die planmäßigen Einsparungen im Zuge des Konzernumbaus. Der Großteil der angepeilten Sparsumme von einer Milliarde Euro werde bereits im laufenden Jahr erreicht, kündigte Finanzchef Ralf Thomas an. An der Börse kam Kaesers Optimismus gut an. Die Siemens-Aktien legten gegen den Trend um fast neun Prozent zu und setzte sich damit an die Spitze im Leitindex DAX.

Einsparungen im Plansoll
Einen Großteil des Quartalsgewinns von 1,6 Milliarden Euro investiert Kaeser aber gleich wieder: Für knapp eine Milliarde Dollar (924 Millionen Euro) kauft er die US-Firma CD-Adapco. Dank des Spezialisten für Simulationssoftware will er stärker in der Autoindustrie Fuß fassen und das Konzernsegment Digitale Fabrik auszubauen, in dem Siemens seine Aktivitäten mit Industrie- und Planungssoftware zusammengefasst hat.

Vor rund 7500 Aktionären führte Kaeser die guten Ergebnisse vor allem auf den Rückgewinn der eigenen Stärke zurück: "Der Konzernumbau ist im Wesentlichen abgeschlossen. Die frei werdende Energie werden wir in den Markt und die Technologie investieren." Mit einer Umsatzsteigerung um acht Prozent auf 18,9 Milliarden Euro hatten die Münchner im Auftaktquartal sogar besser abgeschnitten als Rivale GE. An die Margen der Amerikaner kommt Siemens allerdings noch immer nicht heran.




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Dokument erstellt am 2016-01-26 18:11:06
Letzte nderung am 2016-01-26 18:14:04



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