• vom 04.02.2016, 18:13 Uhr

International


Credit Suisse

Credit Suisse stolpert




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Der neue Chef hat einen ehrgeizigen Kurs vorgegeben, nun gibt es einen Milliardenverlust.

Tidjane Thiam will nun noch einmal stärker sparen. - © reuters

Tidjane Thiam will nun noch einmal stärker sparen. © reuters

Zürich. Die erste Jahresbilanz des neuen Credit-Suisse-Chefs Tidjane Thiam fällt tiefrot aus. Vor allem Abschreibungen auf eine überteuerte Übernahme in den USA sowie schleppende Geschäfte im Investmentbanking sorgten im vergangenen Jahr für einen Fehlbetrag umgerechnet 2,65 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 1,72 Milliarden Euro 2014. Letztmals hatte die zweitgrößte Schweizer Bank 2008 schlechtere Zahlen vorgelegt. "Das Umfeld hat sich im vierten Quartal 2015 deutlich verschlechtert", räumte Thiam am Donnerstag ein. "Und es ist nicht abschätzbar, wann sich einige der aktuellen negativen Trends, welche die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft beeinflussen, abschwächen werden."

Damit drohen schon wenige Monate, nachdem Thiam einen ehrgeizigen Marschplan vorgelegt hatte, die neuen Vorgaben außer Reichweite zu rücken. "Die Zielerreichung per 2018 scheint unrealistischer denn je", erklärte ZKB-Analyst Andreas Brun. Die Investoren flüchteten in Scharen, die Aktie verlor zwölf Prozent und sackte auf den tiefsten Stand seit 1992 ab.

Werbung

Selbst ohne die zahlreichen Sonderfaktoren fiel der Abschluss deutlich unter den Analystenerwartungen aus. Für den Löwenanteil des Jahresverlusts ist eine Wertberichtigung von 3,45 Milliarden Euro auf eine überteuerten Investmentbanking-Übernahme im Boomjahr 2000 verantwortlich. Das Großreinemachen von Thiam, der die Bank stärker auf die Vermögensverwaltung ausrichten will und Teile des Investmentbankings eindampft, hinterließ zusätzliche Belastungen wie Rückstellungen für Rechtskosten.

Doch auch im Tagesgeschäft kommt die Credit Suisse nicht auf Touren. Die Erträge, die zur Erreichung des angepeilten Gewinnsprungs wichtiger sind als Kosteneinsparungen, sanken im Schlussquartal im Vergleich zum Vorquartal um 30 Prozent. Besonders schlecht schnitt dabei der Anleihenhandel ab, aber auch im Geschäft mit reichen Privatkunden, die im Zentrum der neuen Strategie stehen, hakt es. Nur in Asien konnte das global tätige Institut mehr Geld einsammeln.

Thiam hält mit einer Beschleunigung des Sparprogramms dagegen. Bis Jänner habe man die Kosten um 1,1 Milliarden Euro gedrückt und damit bereits ein Drittel des bis Ende 2018 angepeilten Ziels von 3,1 Milliarden Ende erreicht, betonte der Ivorer.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-02-04 18:17:08



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Immer mehr LKW unterwegs
  2. Mit einem Stups zum Nobelpreis
  3. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  4. Bawag reicht Scheidung von Post ein
  5. Von Borkenkäfern zu Drohnen
Meistkommentiert
  1. "Bio für alle ginge sich dreimal aus"
  2. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  3. Betriebsrat von Air Berlin rechnet mit Kündigungswelle
  4. 18 Monate für Rathgeber im Finanzskandal-Prozess
  5. Bawag reicht Scheidung von Post ein

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung


Werbung