• vom 21.04.2016, 13:56 Uhr

International

Update: 21.04.2016, 17:42 Uhr

EZB

Leitzins bleibt bei 0,0 Prozent




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Draghi: EZB berücksichtigt auch Versicherer bei Firmenbondkäufen

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer Politik des ultrabilligen Geldes fest. Der EZB-Rat belässt den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Das teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Strafzins für Geld, das Finanzinstitute über Nacht bei der EZB parken, beträgt weiterhin 0,4 Prozent.

Erst im März hatten die Währungshüter ihren Kurs im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche massiv verschärft. Sie senkten den Leitzins im Euroraum auf 0,0 Prozent. Das vor allem in Deutschland umstrittene milliardenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren wurde ausgeweitet. Zugleich brummte die EZB Banken höhere Strafzinsen auf. Außerdem gibt es ab Sommer neue billige Langfristkredite für Geldhäuser.

EZB berücksichtigt auch Versicherer bei Firmenbondkäufen

Bei ihren Käufen von Firmenanleihen wird die EZB auch Papiere von Versicherern erwerben. EZB-Chef Mario Draghi sagte nach der Ratssitzung, die Bonds müssten allerdings eine gewisse Bonität aufweisen. Insbesondere Lebensversicherer klagen derzeit über die Nullzinspolitik der EZB. Sie haben Probleme, die ihren Kunden zugesagten Renditeversprechen einzulösen. Die EZB will ab Juni auch Bonds von Unternehmen außerhalb des Bankensektors erwerben.

Draghi sagte, es sollten Papiere mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren gekauft werden. Als Obergrenze für die Käufe nannte er 70 Prozent des Emissionsvolumens. Diese Geschäfte sollen mit dazu beitragen, dass die EZB bei ihren Anleihenkäufen ein monatliches Volumen von 80 Milliarden Euro erreicht.

Das gesamte Wertpapier-Kaufprogramm der EZB ist inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegt. Die Währungshüter wollen damit der Konjunktur im Währungsraum auf die Sprünge helfen und die aus ihrer Sicht viel zu niedrige Inflation nach oben treiben. Banken sollen aus dem Anleihenmarkt verdrängt werden und Gelder lieber als Kredite an die Wirtschaft geben.

 Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln

Mit diesem bisher einmaligen Maßnahmenbündel will die EZB die Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln und so Konjunktur und Inflation anschieben. Denn bisher kommt das viele billige Zentralbankgeld nicht im gewünschten Maß in der Wirtschaft an. Die Wirtschaft im Euroraum erholt sich nur schleppend, die Inflation ist nach wie vor im Keller.

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Im März war die Inflation in der Eurozone gegenüber dem Vorjahr unverändert. Im Februar lag sie sogar bei minus 0,2 Prozent. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird. Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.




Schlagwörter

EZB, Leitzins, Euroraum, EU

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Dokument erstellt am 2016-04-21 14:00:07
Letzte ńnderung am 2016-04-21 17:42:11



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