• vom 02.05.2016, 08:05 Uhr

International

Update: 02.05.2016, 08:55 Uhr

Unternehmen

Milliarden-Fusion in der Ölbranche geplatzt




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZOnline, APA, Reuters

  • Deal scheiterte am Widerstand der Kartellbehörden, so muss Halliburton 3,5 Milliarden Dollar an Baker Hughes zahlen.

Houston. Die beiden US-Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes nehmen Abstand von ihrer geplanten 28 Milliarden Dollar (24,55 Mrd. Euro) schweren Fusion. Die Konzerne gaben am Sonntag das Aus für das Vorhaben bekannt.

Zur Begründung führten sie in einer gemeinsamen Mitteilung den Widerstand der Kartellbehörden sowie die schwierige Situation der Branche an. Halliburton werde Baker Hughes eine Konventionalstrafe von 3,5 Milliarden Dollar zahlen.

 Fusion wider den Wettbewerb

Das US-Justizministerium hatte Anfang April Klage gegen den geplanten Zusammenschluss zwischen dem zweitgrößten und dem drittgrößten US-Öldienstleister eingereicht. Die Fusion würde den Wettbewerb in der Branche unterdrücken und dem Verbraucher schaden, hatte Justizministerin Loretta Lynch erklärt. In vielen Bereich hätte es nach einem Zusammenschluss von Halliburton und Baker Hughes mit Schlumberger nur noch einen bedeutenden Wettbewerber gegeben. Auch in Europa hatte sich Widerstand gegen den Zusammenschluss geregt.

Die Unternehmen hatten ihre Fusionspläne bereits im November 2014 bekanntgegeben. Danach kam es zu vielen Verzögerungen. Ursprünglich hatte der Deal ein Volumen von 35 Milliarden Dollar, nach dem Verfall der Aktienkurse waren es noch 28 Milliarden Dollar. Zuletzt hatten beide Seiten über Verkäufe von Geschäftsbereichen beraten. Halliburton setzen wie auch der Konkurrenz die stark gefallenen Ölpreise zu, da Kunden ihre Ausgaben zurückgefahren haben. Allein im ersten Quartal strich das Unternehmen 6.000 Jobs.

In den vergangenen Monaten scheiterten mehrere Großfusionen am Widerstand der Kartellwächter und der Politik. Bei den Pharmariesen Pfizer und Allergan war es ein plötzlicher Schwenk der US-Regierung in Steuerfragen, die die zweitgrößte Fusion aller Zeiten platzen ließ. Gegen die Fusion der Büroartikel-Konzerne Staples und Office Depot läuft eine Klage der Wettbewerbsbehörde FTC.

Die Regierung von Barack Obama macht sich offenbar Sorgen, dass die Konzerne es mit der Konsolidierung ihrer Branchen zu weit treiben. Der Staat müsse sicherstellen, dass die Marktmechanismen nicht nur Managern und Großaktionären zu Gute kämen, sondern allen US-Amerikanern.

Auch in Europa mischt der Staat mit: Der Absage der Fusion der französischen Telekom-Konzerne Orange und Bouygues ging ein Streit zwischen Martin Bouygues und Wirtschaftsminister Emmanuel Macron um die drohende Marktmacht des Milliardärs voraus. Und auch die Deutsche Börse bangt um die Zustimmung der staatlichen Börsenaufsicht zu der geplanten Übernahme der Londoner LSE.

Werbung



1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-05-02 08:06:31
Letzte nderung am 2016-05-02 08:55:20



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Mit einem Stups zum Nobelpreis
  2. Der tschechische Boom
  3. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  4. Jobs, von denen man nicht leben kann
  5. Von Borkenkäfern zu Drohnen
Meistkommentiert
  1. "Bio für alle ginge sich dreimal aus"
  2. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  3. Österreicher sind ihrem Bargeld treu - Banken trotzdem unter Druck
  4. Der tschechische Boom
  5. 18 Monate für Rathgeber im Finanzskandal-Prozess

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung


Werbung