• vom 09.06.2016, 17:44 Uhr

International


Osteuropa

Investitionszuflüsse nach Osteuropa rückläufig




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  • Ausländische Direktinvestitionen sanken im Vorjahr um mehr als ein Viertel. Der Anteil Österreichs in den jungen EU-Mitgliedsländern nimmt ab.



Wien. Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) sind im vergangenen Jahr weltweit um 36 Prozent gestiegen - ein Trend, von dem Mittel-, Ost- und Südosteuropa nur träumen kann: Dort sind die Investitionszuflüsse so niedrig wie zuletzt 2008. Sie nahmen um 26,7 Prozent ab - in den neuen EU-Ländern betrug der Rückgang sogar 43 Prozent. Das geht aus einer Analyse des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hervor, die am Donnerstag präsentiert wurde.

In der Ukraine und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (Russland, Weißrussland, Kasachstan, Moldawien) war der Rückgang mit 45 Prozent noch stärker, "was vor allem auf die russischen Zahlen zurückzuführen ist", sagte WIIW-Ökonom Gabor Hunya. Am Westbalkan und in der Türkei gab es hingegen insgesamt einen Zuwachs um 48 Prozent - wobei die Entwicklung in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich war.

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Deutliche Rückgänge verzeichneten Bosnien (-41 Prozent) und Mazedonien (-23 Prozent), starke Zuwächse Serbien (+41 Prozent), Kosovo (+115 Prozent), Montenegro (+68 Prozent) und die Türkei (+57 Prozent). Die größte Überraschung ist für Hunya der starke Einbruch der FDI in den neuen EU-Mitgliedsländern. "Man muss aber dazu sagen, dass es 2014 einen ähnlich hohen Zuwachs gab."

Mehr EU-Transfers
Stark angewachsen sind in den letzten Jahren die Transfers von EU-Mitteln. "Früher haben wir immer gesagt, FDI seien die treibende Kraft des Wirtschaftswachstums in den neuen Mitgliedsländern. Jetzt sind es die EU-Transfers." Anders als früher habe der Umfang der FDI aber keinen unmittelbaren Zusammenhang mehr mit dem Wirtschaftswachstum. "Wir hatten voriges Jahr ein ziemlich gutes Wachstum von über 3 Prozent, und zwar in fast allen Ländern, und der Wert der Investitionen ist trotzdem zurückgegangen."

Eine Einschätzung von FDI-Daten in den neuen EU-Ländern werde immer schwieriger, so die WIIW-Experten: Kapital, Verluste und Profite innerhalb von multinationalen Unternehmen würden hin- und hergeschoben. "Steueroptimierung hat dabei einen großen Stellenwert bekommen, was Auswirkungen sowohl für die Zuordnung zu Wirtschaftsbereichen als auch zu den Herkunftsländern der internationalen Investoren hat." Die Niederlande und Luxemburg seien Topinvestoren in der Region, "sie sind bekannt für günstige Konditionen für Firmenzentren".

Der Anteil Österreichs am FDI-Bestand in den Ländern der Region hat sich in den vergangenen Jahren leicht verringert, Osteuropa sei aber für österreichische Investoren nach wie vor sehr bedeutend, auch wenn ihre Bedeutung längerfristig etwas abnimmt, betont Hunya.




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Dokument erstellt am 2016-06-09 17:47:04



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