• vom 21.09.2016, 18:04 Uhr

International

Update: 21.09.2016, 22:30 Uhr

Global Wealth Report

Das Dilemma der Sparer




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  • Der "Global Wealth Report" warnt angesichts der Niedrigzinsen vor einer Erosion der Mittelschicht - speziell in Österreich.



Die österreichischen Privatvermögen liegen dank der beliebten österreichischen Anlageform, dem Sparbuch, unter dem Durchschnitt.

Die österreichischen Privatvermögen liegen dank der beliebten österreichischen Anlageform, dem Sparbuch, unter dem Durchschnitt.© APAweb / dpa Die österreichischen Privatvermögen liegen dank der beliebten österreichischen Anlageform, dem Sparbuch, unter dem Durchschnitt.© APAweb / dpa

Wien/München. (ag/wak) "Während weltweit die Mittelklasse auf mehr als eine Milliarde Menschen angewachsen ist, schrumpft diese langsam aber sicher in Österreich", kommentiert Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz-Gruppe in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen "Global Wealth Reports" der Allianz. In der Studie werden die Vermögens- und die Schuldenlage der privaten Haushalte in mehr als 50 Ländern analysiert. Fazit: Die Schulden von privaten Haushalten in Österreich wachsen über dem westeuropäischen Durchschnitt, die heimischen Privatvermögen aber liegen dank der beliebten österreichischen Anlageform, dem Sparbuch, unter dem Durchschnitt. Diese Entwicklung wird auch der Leitzinspolitik der Zentralbanken geschuldet.

Seit 2007, dem Jahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise, vergrößerte sich das Nettovermögen der Österreicher um 26 Prozent - ebenso stark wie in den Krisenländern Spanien und Portugal. Der europäische Durchschnitt verzeichnete aber einen Zuwachs von 31 Prozent. Parallel dazu erhöhten sich die Verbindlichkeiten der Österreicher seit 2007 um knapp 17 Prozent, der Europa-Schnitt lag hingegen bei einem Plus von nur 10 Prozent.

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Auch wenn laut Littich in Österreich "deutliche Vermögensverschiebungen" zu beobachten sind: Die heimische Schuldenstandsquote, also das Verhältnis der Verbindlichkeiten der Privathaushalte zur nominalen Wirtschaftsleistung, war 2015 mit 52,7 Prozent immer noch die niedrigste in Westeuropa.

Der Report definiert die Mittelschicht als Personen, die zwischen 30 Prozent und 180 Prozent des jeweiligen nationalen durchschnittlichen Netto-Geldvermögens pro Kopf besitzen. Hier fällt eine große Bandbreite auf, die von 60 Prozent der Bevölkerung in der Slowakei bis zu gerade einmal 22 Prozent in den USA reicht. Österreich liegt mit 36 Prozent im unteren Drittel. In den zurückliegenden Jahren ist immer mehr Menschen der Aufstieg in die Mittelklasse gelungen, insgesamt betrifft dies nun mehr als eine Milliarde Menschen; der Anteil der Mittelklasse an der Weltbevölkerung kletterte von 10 auf rund 20 Prozent - angetrieben von der Entwicklung in Asien.

"Schleichende Auszehrung"
Wirft man einen Blick auf die Veränderung des Anteils der jeweiligen nationalen Mittelklasse am gesamten Netto-Geldvermögen seit dem Jahr 2000, so zählt Österreich zu jenen Ländern, deren Mittelklasse relativ kräftig verloren hat - um 3 Prozentpunkte.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-09-21 18:08:05
Letzte ─nderung am 2016-09-21 22:30:53



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