• vom 07.10.2016, 16:48 Uhr

International

Update: 07.10.2016, 17:50 Uhr

Jugendarbeitslosigkeit

Die Jugend: enttäuscht und entmutigt




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  • Die Situation der Jungen hat sich seit der Krise signifikant verschlechtert.

Während sich die Weltwirtschaft erholt hat, stagniert die Jugendarbeitslosigkeitsrate auf dem Niveau von 2010.

Während sich die Weltwirtschaft erholt hat, stagniert die Jugendarbeitslosigkeitsrate auf dem Niveau von 2010.© Flickr, Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft Während sich die Weltwirtschaft erholt hat, stagniert die Jugendarbeitslosigkeitsrate auf dem Niveau von 2010.© Flickr, Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft

Paris. (wak) In den Jahren 2007 bis 2014 wurde fast jede zehnte Stelle, die von jungen Menschen (von 15 bis 29 Jahren) bekleidet wurde, vernichtet. In Spanien, Griechenland und Irland hat sich die Zahl der Jungen, die eine Arbeit haben, sogar halbiert.

Das Antlitz der Welt nach der globalen Wirtschaftskrise wurde einer bedeutenden Veränderung unterworfen: Die Situation von jungen Menschen hat sich in den sogenannten industrialisierten Ländern signifikant verschlechtert. Das sind die Hauptaussagen einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD. Laut der Studie lebt in den Mitgliedsstaaten dieses Industrieländer-Verbandes jeder achte junge Mensch in Armut. 15 Prozent der Jungen von 15 bis 29 Jahren - 40 Millionen Personen - in den OECD-Mitgliedsländern gingen 2015 weder einer Beschäftigung nach, noch besuchen sie eine Schule oder waren in einer anderen Art der Ausbildung. Mit solchen Zahlen zeigt sich, dass sich die Situation arbeitsloser Jugendlicher nicht rasch bessern wird: Sämtliche Experten sind sich einig, dass Bildung der wichtigste Punkt für den Schritt in den Arbeitsmarkt ist. Die Jugendlichen scheinen in ihrer Situation zu resignieren: Denn zwei Drittel von ihnen suchen nicht einmal mehr einen Job.



Während bis zu 40 Prozent aller Jugendlichen im Laufe von vier Jahren irgendeine Form der "Inaktivität" bei Ausbildung oder in Arbeitssachen erfahren, wird für die Hälfte von ihnen - also 20 Prozent aller Jugendlichen - diese Periode der Inaktivität mindestens ein Jahr oder länger dauern und zu Enttäuschung und Entmutigung führen, schreibt die OECD.


Während sich die Weltwirtschaft erholt hat, stagniert die Jugendarbeitslosigkeitsrate auf dem Niveau von 2010 - und liegt damit weiter unter dem Vorkrisenniveau.

Die hohe Anzahl von Menschen unter 30, die weder einer Beschäftigung noch einer Ausbildung nachgehen, habe auch empfindliche ökonomische Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukts, das damit weit hinter der potenziellen Wirtschaftsleistung zurückliegt. Die OECD schätzt, dass durch die Nicht-Beschäftigung dieser jungen Menschen zwischen 360 Milliarden und 605 Milliarden US-Dollar verloren gegangen sind. Das entspricht dem Äquivalent von 0,9 beziehungsweise 1,5 Prozent des kumulierten Bruttoinlandsprodukts der OECD-Mitgliedsländer.

Jugendliche Migranten haben es in Österreich besonders schwer
Mehr als 30 Prozent der erwähnten beschäftigungslosen 40 Millionen Personen haben mit 16 ihre Schulbildung beendet, ohne eine weitere Sekundärbildung abzuschließen. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt 1,5 Mal so häufig ohne Arbeit und Bildung wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Besonders unrühmlich ist hier die Zahl für Länder, in denen die Jugendbeschäftigungsquote an sich besser ist als der OECD-Durchschnitt: Denn in Österreich sind Jugendliche mit Migrationshintergrund 2,4 Mal so häufig ohne Arbeit und Beschäftigung wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Auch in Deutschland, den Niederlanden und in Norwegen ist die Nicht-Beschäftigung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund rund zwei Mal so hoch wie die von Einheimischen.

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Dokument erstellt am 2016-10-07 16:53:05
Letzte nderung am 2016-10-07 17:50:18



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