• vom 29.11.2016, 10:10 Uhr

International

Update: 29.11.2016, 10:18 Uhr

Lufthansa

816 Flüge fallen durch Piloten-Streik aus




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Von WZ Online, APA, dpa, Reuters

  • Auch Lufthansa-Flüge von Wien nach Frankfurt und München betroffen.

Verhärtete Fronten: Der Streik bei Lufthansa geht weiter. - © APAweb / Reuters, Ralph Orlowski

Verhärtete Fronten: Der Streik bei Lufthansa geht weiter. © APAweb / Reuters, Ralph Orlowski

Frankfurt. Die Piloten der AUA-Mutter Lufthansa sind am Dienstag erneut in einen Streik getreten. "Auf der Kurzstrecke wurden 816 Flüge gestrichen", sagte ein Unternehmenssprecher am Morgen. 82.000 Passagiere seien betroffen. Am Mittwoch würden zudem 890 Verbindungen mit 98.000 Passagieren ausfallen. Dann zielt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf die Langstrecke.

Auch danach sind Streiks möglich, betonte Cockpit. Ein Ende des Tarifstreits ist nicht in Sicht. In den Terminals an Flughäfen in Deutschland sei die Lage ruhig, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Es habe sich bewährt, dass die Fluggäste vorab informiert würden.

Flüge nach Frankfurt und München fallen aus

Am Flughafen Wien fallen alle 22 geplanten Lufthansa-Flüge nach Frankfurt und München werden am Dienstag ausfallen, sagte ein Sprecher. In Graz sind laut Lufthansa-Homepage zwei Flüge betroffen. Der Flughafen-Sprecher empfiehlt den betroffenen Passagieren, sich mit der Fluglinie wegen allfälliger Umbuchungen in Verbindung zu setzen. Aktuelle Infos können auch auf der Homepage des Flughafen Wien und der Lufthansa gefunden werden.

"Solange wir kein verhandlungsfähiges Angebot haben, kann es immer wieder zu Streiks kommen", sagte Cockpit-Vorstand Jörg Handwerg der "Süddeutschen Zeitung". "Jeder Kunde muss entscheiden, ob er das Risiko einer Buchung eingeht oder andere Reisewege sucht."

"Kein verhandlungsfähiges Angebot des Arbeitgebers"

Eine Schlichtung in dem Tarifkonflikt lehnt die Pilotengewerkschaft nicht kategorisch ab. "Wir verweigern uns nicht einer Schlichtung", sagte Cockpit-Vorstand Alexander Gerhard-Madjidi am Dienstag im Deutschlandfunk. Allerdings brauche man für eine Schlichtung ein verhandlungsfähiges Angebot des Arbeitgebers. "Das hat die Lufthansa nicht vorgelegt", sagte Gerhard-Madjidi. Es sei nicht akzeptabel, dass die Erhöhung an anderer Stelle auch wieder kompensiert werden solle. "Insgesamt käme ein Minus von 15 Prozent dabei raus."

Lufthansa und Cockpit streiten seit Jahren ums Geld. Die Gewerkschaft verlangt für die 5.400 Piloten Tariferhöhungen von 22 Prozent über fünf Jahre. Darüber hinaus geht es in dem Clinch um die Alters-und Vorruhestandsversorgung der Flugzeugführer und den Ausbau des konzerneigenen Billigfliegers Eurowings. Die Fronten sind vollkommen verhärtet.

Lufthansa scheitert vor Gericht

Am Montagabend war Lufthansa erneut damit gescheitert, die Streiks vor Gericht zu stoppen. Das Unternehmen hatte einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht München eingereicht und erklärt, sie halte Teile der Lohnforderung der Piloten für rechtswidrig.

Konkret hatte Lufthansa kritisiert, dass die Forderung von VC, ab dem 13. Beschäftigungsjahr höhere Gehaltssteigerungen zu verlangen, gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgebot verstoße. Jüngere Piloten würden diskriminiert. Das Arbeitsgericht wies die Beschwerde jedoch ab. Daraufhin hatte Lufthansa mit dem Landesarbeitsgericht München die nächste Instanz angerufen. Doch dann zog sie ihre Beschwerde zurück.

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Dokument erstellt am 2016-11-29 10:16:30
Letzte nderung am 2016-11-29 10:18:18



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