• vom 04.04.2008, 16:38 Uhr

International


New Public Management setzt sich auch in Österreich durch - die Bundesbeschaffung GmbH will dabei helfen

Neue Impulse für die öffentliche Hand








Von Stephanie Dirnbacher

  • Bei der Auswahl der Berater hilft die Bundesbeschaffung.
  • Mehr Sicherheit durch professionelles Risikomanagement.
  • Wien. Es sind Monster-Projekte wie etwa das Vorhaben, die Verwaltungskosten für Unternehmen bis 2010 um 25 Prozent zu senken. Zur Bewältigung solcher Aufgaben bedient sich auch der Bund einmal gerne eines externen Beraters. Denn hier müssen in einem ersten Schritt sämtliche gesetzliche Informationsverpflichtungen und deren Kosten für Unternehmen erhoben werden, bevor in einem zweiten Schritt die Reduktionsziele und -maßnahmen festgelegt werden können.

Beim BBG-Expertenforum stellten Berater ihr Angebot vor. Foto: Florian Unterberger

Beim BBG-Expertenforum stellten Berater ihr Angebot vor. Foto: Florian Unterberger

Blick von außen
Ein professioneller Blick von außen ist dabei hilfreich. "Der Berater stört die Routine und bringt neue Impulse", meinte Bernhard Knipel von der BSL Managementberatung Austria bei einem Expertenforum der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG).

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Darüber hinaus fehlen der öffentliche Hand für die Bewältigung solcher Aufgaben oft die Kapazitäten sowie das spezifische Know-how. "Die Expertenschätzungen durch die Berater haben uns sehr geholfen", erzählte Kristina Fuchs vom Finanzministerium, welches das Projekt zur Senkung der Verwaltungskosten koordiniert.

Allerdings muss gerade die öffentliche Hand aufpassen, wenn sie externe Berater in Anspruch nimmt. Denn das kostet. Und wenn es zu viel kostet, fährt man sich eine Rüge des Rechnungshofs ein. "Die Auswahl des Beraters für die öffentliche Hand ist sicher sehr schwierig", gab auch Knipel zu bedenken. Vor allem die rechtlichen Vorgaben bei Ausschreibungen stellen öffentliche Einrichtungen vor große Herausforderungen.

Die BBG, die den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen für den Bund bündelt, bietet deshalb Hilfe an. Auf besonderen Auftrag hin übernimmt sie die Ausschreibung für diverse Beratungsleistungen. Damit ersparen sich öffentliche Einrichtungen die mühsame Auseinandersetzung mit dem Vergabegesetz sowie die aufwändige Durchführung eines Vergabeverfahrens.

Aus diesen Gründen hat auch das Wirtschaftsministerium die BBG mit der Suche nach einem Berater beauftragt, als es um die Bildung einer Forschungsplattform ging. "Nach dem sich herausgestellt hat, dass das Projekt ausgeschrieben werden muss, war klar, dass wir Hilfe brauchen. Wir hatten nicht die Kompetenz für die Durchführung des Vergabeverfahrens", erzählte Manfred Schekulin, Leiter der Export- und Investitionspolitik im Wirtschaftsministerium.



Einfache Abwicklung
Für Personaldienstleistungen und Risikomanagement gibt es bereits Rahmenvereinbarungen. Hier steht dem Bund, aber auch anderen öffentlichen Einrichtungen, ein Pool an vorselektierten Beratern zur Verfügung. Sofern bei einem konkreten Bedarf noch eine Spezifizierung erforderlich ist, werden die Rahmenvereinbarungspartner aufgefordert, ihre maßgeschneiderten Angebote vorzulegen, wobei jene Beratungsstundensätze als Höchstgrenze gelten, die bereits mit der BBG in der entsprechenden Rahmenvereinbarung fixiert wurden. Wer bei diesem zweiten Wettbewerbsverfahren Unterstützung braucht, kann ebenfalls auf die BBG zurückgreifen.

Will sich die öffentliche Hand im Risikomanagement beraten lassen, so muss das von oben entschieden und auch getragen werden, erklärte Alexander Seel, Geschäftsführer von Assurance Partners. Denn für ein effizientes Risikomanagement "müssen viele Abteilungen ins Boot geholt werden".

Bei dem Expertenforum wurde davor gewarnt, Risikomanagement im öffentlichen Bereich außer Acht zu lassen. Beispielsweise braucht selbst ein Krankenhausträger im Falle eines Stromausfalls im Spital einen Plan B.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2008-04-04 16:38:44
Letzte Änderung am 2008-04-04 16:38:00


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