• vom 20.01.2017, 17:47 Uhr

International


Inauguration 2017

Fed bereitet Boden für Zinserhöhungen




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Ann Saphir und Howard Schneider

  • Trump hatte der Fed-Chefin Yellen in der Vergangenheit vorgeworfen, die Zinsen künstlich niedrig zu halten.

Washington. (reuters) Noch kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat die US-Notenbank Fed das Land auf Zinserhöhungen eingestimmt. "Es ist riskant und unklug, die Wirtschaft merklich und andauernd überhitzen zu lassen", sagte Yellen in einer Rede an der Elite-Universität Stanford. Sie halte es daher für vernünftig, die Zinsen schrittweise zu erhöhen.

Viele Experten erwarten, dass der wirtschaftliche Aufschwung durch geplante Steuersenkungen und billionenschwere Ausgaben unter Trump einen Extraschub erhalten wird. Die Notenbank hat im Dezember erst zum zweiten Mal innerhalb eines Jahrzehnts die Zügel gestrafft. 2017 hat sie allerdings drei Erhöhungen ins Auge gefasst.

Werbung

Zurzeit liegen die Zinsen in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Da bereits Vollbeschäftigung nach den Begriffen der USA herrscht und auch die Inflationsrate im Zielbereich der Fed liegt, dringt Yellen auf Tempo. Viele Experten rechnen mit einer Zinserhöhung im zweiten Quartal. Jüngst signalisierte Yellen, dass sie bis zum Ende des Jahrzehnts mehrere Anhebungen pro Jahr für angebracht hält - bis zu einem Niveau von rund drei Prozent.

Ob sie bis dahin noch an der Spitze der Notenbank stehen wird, ist jedoch fraglich. Trump liegt mit der Top-Währungshüterin überkreuz. Ihre erste Amtszeit läuft im Februar 2018 ab. Dass Yellen just vor dem Machtwechsel in Washington eine schärfere geldpolitische Gangart signalisiert, lässt daher aufhorchen. Trump hatte ihr vorgeworfen, die Zinsen künstlich niedrig zu halten, um dem demokratischen Präsidenten Barack Obama das Platzen einer Börsenblase in dessen Amtszeit zu ersparen. Die Wahl des Republikaners Trump im November hat dazu geführt, dass die Investoren in der Hoffnung auf einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung für weiteren Auftrieb an der Wall Street sorgten.

Doch Experten wie Roberto Perli vom Analysehaus Cornerstone Macro warnen, dass die von Trump verordnete Medizin des Guten zu viel sein könnte. Denn dessen Wirtschaftsprogramm passe besser in Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit hoch sei. Da jedoch mit einer Arbeitslosenquote von deutlich unter fünf Prozent praktisch Vollbeschäftigung herrsche, könne die Notenbank in eine ähnliche Bredouille geraten wie Ende der 80er Jahre. Damals hatte der damalige US-Präsident Ronald Reagan mit Steuersenkungen der Wirtschaft ebenfalls einen Extra-Schub verliehen. Die Fed reagierte mit einer überraschend aggressiven geldpolitischen Straffung. Dennoch rutschte die Wirtschaft zu Beginn der 90er-Jahre in die Rezession ab.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-20 17:50:03



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Immer mehr LKW unterwegs
  2. Mit einem Stups zum Nobelpreis
  3. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  4. Bawag reicht Scheidung von Post ein
  5. 18 Monate für Rathgeber im Finanzskandal-Prozess
Meistkommentiert
  1. "Bio für alle ginge sich dreimal aus"
  2. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  3. Betriebsrat von Air Berlin rechnet mit Kündigungswelle
  4. 18 Monate für Rathgeber im Finanzskandal-Prozess
  5. Bawag reicht Scheidung von Post ein

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung


Werbung