• vom 20.03.2017, 18:53 Uhr

International

Update: 20.03.2017, 19:00 Uhr

CeBIT

Schlaue neue Welt




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  • Künstliche Intelligenz, Robotik und Big Data sind die Trends der Cebit.

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Hannover. (ast) Sie arbeiten an juristischen Schriftsätzen, erstellen medizinische Diagnosen und übernehmen das Autofahren. Und egal, ob Siri, Cortana oder Echo - künstliche Intelligenz, kurz AI (Artificial Intelligence) genannt, steckt in jeder digitalen Assistenz.

Auf der weltweit größten Technologiemesse Cebit in Hannover ist bis Freitag das Geschäft mit den schlauen Maschinen und Programmen Schwerpunkt vieler Aussteller. Zum Auftakt am Sonntagabend betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Die Digitalisierung beeinflusst unsere Wirtschaft so stark wie kaum etwas anderes." Neue Entwicklungen beim 3D-Druck, in der Robotik und der künstlichen Intelligenz könnten Produktionsprozesse und ganze Wertschöpfungsketten revolutionieren, so Merkel weiter.

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Die neuen Technologien werden heuer von mehr als 3000 Ausstellern aus 70 Ländern in konkreten Anwendungsbeispielen präsentiert. Zu der fünftägigen Veranstaltung werden geschätzt 200.000 Besucher erwartet. Allein aus dem diesjährigen Partnerland Japan sind rund 120 Aussteller vertreten.

Auch die Analyse riesiger Datenmengen ermöglicht neue Geschäftsmodelle und Produkte, die auf Kundenwünsche genau zugeschnitten sind. Big Data und AI werden die Zukunft in so gut wie allen Lebensbereichen revolutionieren.

Die Faszination des
künstlichen Gehirns

Etwa im Bereich der Medizin verarbeiten Computer riesige Datenmengen, um ärztliche Befunde besser einstufen zu können - zum Beispiel beim Erkennen von Tumorzellen. Junge Krebszellen, die für das menschliche Auge so gut wie nicht zu erkennen sind, kann AI in wenigen Sekunden einordnen: Die Software vergleicht Daten und Befunde tausender Patienten und Ärzte aus der ganzen Welt.

So ist AI in der Lage, bereits in einer frühen Erkrankungs-Phase eine Diagnose zu stellen, die die Heilungschancen des Patienten um ein Vielfaches erhöht. Ein weiteres Beispiel: Es gibt heute schon Apps, die anhand unserer Stimme angeblich erkennen, ob wir später im Leben an Parkinson erkranken werden oder nicht.

Die Kehrseite dieser Entwicklung ist eine massive Veränderung auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Immer mehr Berufe werden in zehn bis 30 Jahren von Robotern übernommen. Der Rezeptionist im Hotelfoyer etwa könnte schon bald durch Roboter ersetzt werden. Auch Bankberater stehen für ein Berufsbild, das mittelfristig vom Aussterben bedroht ist. Schließlich gibt es heute schon Anlage-Software, die auf intelligentes Verhalten programmiert ist, daher stetig und selbstständig dazulernt und viel mehr Informationen verarbeitet, als ein Mensch je könnte. So sollen mit künstlicher Intelligenz auch bessere Anlageentscheidungen möglich sein.

Trotz der vielen Einsatzmöglichkeiten von AI, Robotik und Big Data ist man von einer universellen Intelligenz noch weit entfernt. Emotionen verstehen zu können, bleibt vorerst weiter Menschen vorbehalten. Auch was die Berufswelt betrifft, wird es in Zukunft trotz bahnbrechender Neuerungen genug für Menschen zu tun geben. Einfachere Arbeiten werden zwar nach und nach von Künstlicher Intelligenz und Robotern übernommen. Doch vor allem im kreativen Bereich, vom Architekten zum Designer bis zum Ingenieur, sind menschliche Gehirne unersetzlich.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-20 18:57:05
Letzte ─nderung am 2017-03-20 19:00:08



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