• vom 24.04.2017, 18:36 Uhr

International


Frankreich 2017

Finanzmärkte atmen auf




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  • Auch der Euro legte nach dem Wahlsieg Emmanuel Macrons in Frankreich deutlich zu.

Paris/Frankfurt. Die Erleichterung über den Sieg des Pro-Europäers Emmanuel Macron bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl hat die Finanzmärkte am Montag beflügelt. Der DAX stieg auf ein Rekordhoch und der Euro war mit 1,0935 Dollar zeitweise so teuer wie zuletzt vor fünfeinhalb Monaten.

Vieles deute nach dem Wahlergebnis vom Sonntag darauf hin, "dass nach der Stichwahl am 7. Mai ein französischer Präsident namens Macron die europäische Idee nicht nur unterstützt, sondern mit wirtschaftlichem Sachverstand zu reformieren in der Lage ist", erläuterte Thomas Böckelmann, Chef-Portfoliomanager des Vermögensverwalters EuroSwitch. Auch Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank, setzt auf eine Niederlage der Anti-EU-Kandidatin Marine Le Pen. "Möglicherweise kann Macron tatsächlich der streikfreudigen französischen Bevölkerung einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs schmackhaft machen." Die Experten der BayernLB verwiesen auf einen weiteren Aspekt: "Dass die Umfragen zur ersten Runde am Ende recht genau waren, stützt das Vertrauen der Anleger in die Stichwahl-Umfragen, die einen etwa 20 Prozentpunkte-Vorsprung von Macron sehen."


Anleihen en vogue
Vor diesem Hintergrund stieg der Pariser Auswahlindex CAC40 um 4,1 Prozent. Bei französischen Staatsanleihen griffen Investoren ebenfalls zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Drei-Monats-Tief von 0,756 Prozent. Der DAX stieg um 3,4 Prozent auf 12.454,98 Punkte. Die als sicher geltenden Bundesanleihen warfen Anleger dagegen aus ihren Depots. Die "Antikrisen-Währung" Gold verbilligte sich.

Angeführt wurde die Rally an den europäischen Aktienmärkten von den Finanzwerten. Mit der Wahl gebe es kein Risiko eines massiven Kapitalabflusses aus Europa mehr, meinte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Analysten der Deutschen Bank empfahlen Anlegern, ihr Engagement bei Banken der Euro-Zone zu erhöhen. Ihre Kollegen des Brokerhauses Kepler Cheuvreux stuften französische Geldhäuser auf "overweight" von "neutral" hoch. Vor diesem Hintergrund stieg der Index für die Banken der Euro-Zone um bis zu 6,9 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch.

Ein Sieg des Börsenlieblings Macron über Le Pen sei aber noch nicht in trockenen Tüchern, warnte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Geschäftskunden bei der Deutschen Bank. "In zwei Wochen Wahlkampf kann noch viel passieren." Sollte Le Pen das Rennen machen, rechnen Experten mit einem Absturz des Euro und Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten.




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Dokument erstellt am 2017-04-24 18:42:02



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