• vom 17.05.2017, 20:34 Uhr

International


Osteuropa

"Das erste Quartal hat mit einem Knall begonnen"




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  • Die Wirtschaft in Zentral- und Ostereuropa entwickelt sich äußerst robust.



Wien. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche WIIW ist zufrieden: Die Volkswirtschaften der Länder Zentral- und Ostereuropas haben das Jahr 2017 "mit einem Knall begonnen": Das Wachstum habe sich fast überall verfestigt, schreibt das WIIW. In manchen Ländern sei das Wachstum sogar deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Die Tatsache, dass sich die Wirtschaft in der europäischen Wachstumslokomotive Deutschland - die für die Region Zentral- und Osteuropas als Abnehmer äußerst wichtig ist -, ebenfalls stark entwickelt, deute darauf hin, dass auch das Momentum in den Ländern Ost- und Zentraleuropas weiter bestehen wird.

Konkret zeigen die Daten des EU-Statistikbüros Eurostat, dass die meisten Länder Zentral- und Osteuropas im ersten Quartal 2017 - saisonbereinigt -um ein Prozent oder sogar mehr zugelegt haben - etwa in Tschechien, Polen, Lettland, Litauen, Ungarn und Rumänien. "Das ist eine sehr starke Zuwachsrate in dem Post-Krisen-Kontext", urteilt das WIIW.


Auch in der Slowakei sowie in Bulgarien habe das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um robuste 0,8 Prozent zugelegt. Für Estland, Slowenien und Kroatien sind vergleichbare Daten noch nicht vorhanden.

Potenzielle externe Risikofaktoren, die die Konjunktur der Länder bedrohen könnten, haben sich laut dem WIIW noch nicht "materialisiert". Die Brexit-Problematik sowie die Wahl des US-Präsidenten Donald Trump hätten die Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas - wie schon vom WIIW in seiner Frühjahrsprognose vorausgesehen - kalt gelassen. Die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich haben dagegen für die Eurozone ein glimpfliches Ende genommen.

Auch die Konjunktur in Westeuropa hat zum Teil die Erwartungen des WIIW übertroffen. Laut EU-Kommission werde die Wirtschaftsleistung in der EU dieses und nächstes Jahr 1,9 Prozent (statt wie bisher angenommen 1,8 Prozent) zunehmen wird.

Deutschland hat im ersten Quartal 2017 ein Wachstum von 0,6 Prozent hingelegt, Österreich immerhin 0,5 Prozent.

Die Daten von Eurostat zeigen laut WIIW, dass die Länder Westeuropas sowie Zentral- und Osteuropas wieder wirtschaftlich zusammenwachsen - Stichwort: "Konvergenz".

Inflation in Eurozone zieht an
Die wirtschaftliche Erholung schlägt sich auch in einer allmählich an Fahrt gewinnenden Inflation nieder. Die jährliche Inflationsrate in der Eurozone ist im April auf 1,9 Prozent gestiegen, gegenüber 1,5 Prozent im März. Österreich verzeichnete im April einen Anstieg auf 2,3 Prozent (nationale Berechnung: 2,1 Prozent), im März betrug die Inflationsrate 2,1 Prozent (national: 1,9). Preistreiber waren vor allem Treibstoffe.

In der Europäischen Union erhöhte sich die Teuerung im April auf 2,0 Prozent, gegenüber 1,6 im März, wie Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Damit ist die Inflation bereits nahe der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Ihr Präsident Mario Draghi hatte jüngst betont, dass trotz aufgehellter Wirtschaftsperspektiven und abnehmender Risiken weiter ein "sehr substanzieller" Konjunkturimpuls nötig sei.

Die Währungshüter planen noch bis mindestens Dezember, Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro pro Monat aufzukaufen, um damit die Wirtschaft anzuschieben und für einen nachhaltigen Preisauftrieb zu sorgen. An den Finanzmärkten wird darüber spekuliert, dass sie ab Jänner 2018 damit beginnen werden, diese Summe abzuschmelzen und 2018 eine Abkehr von der Nullzinspolitik einzuleiten.




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Dokument erstellt am 2017-05-17 19:39:06



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