• vom 19.05.2017, 22:58 Uhr

International

Update: 22.05.2017, 10:42 Uhr

Energiewirtschaft

Opec will Ölförderung noch länger drosseln




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    Wien. (af) Die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) überlegt, die kürzlich gedrosselte Fördermenge bei der kommenden Generalsitzung in Wien um weitere neun Monate zu verlängern. Konkret soll bis März 2018 weniger Öl gepumpt werden. Eine Fortsetzung der Politik der gedeckelten Ölförderung ab 2017, übrigens die erste seit 2008, soll zur Stabilisierung des derzeit übersättigten Marktes beitragen. Ziel der Verhandlungen am 25. Mai ist es, die Ölpreise wieder nach oben zu pushen. Doch diese stiegen bisher nicht weit über die Marke von 50 Dollar (45,6 Euro) je Fass.

    Im vergangenen Herbst hatte das aus 14 zerstrittenen Mitgliedern bestehende Opec-Kartell eine Grundsatzvereinbarung ausgehandelt, statt 33,6 täglich nur noch 32,5 Millionen Fass zu fördern. Mitgezogen sind auch wichtige Nicht-Opec-Staaten, allen voran Russland.


    Während Kuwait bereits angedeutet hat, den neuen Plan mitzutragen, bleibt die iranische Position ungewiss. Erstens hängt alles davon ab, wer die Präsidentschaftswahl in der Islamischen Republik am Freitag gewinnt, da moderate und ultrakonservative Kräfte, die um den Sieg buhlen, völlig unterschiedliche Ansichten über die Ölpolitik haben. Während die moderaten Kräfte rund um den derzeitigen Präsidenten Hassan Rohani für eine Kooperationspolitik mit der Opec stehen, fordern die Hardliner um seinen Herausforderer Ebrahim Raisi eine unnachgiebige Öl-Politik gegenüber Saudi-Arabien und der Opec. Zum anderen hatte der schiitische Golfstaat bei der ersten Einigung auf eine Förderreduktion ausgehandelt, seine Produktion gegen den Trend erhöhen zu dürfen. Es hatte dabei die unter westlichen Sanktionen verloren gegangenen Marktanteile ins Feld geführt.

    Indes sind die Ölpreise am Freitag weiter gestiegen. Marktbeobachter erklärten das mit der Aussicht auf eine Verlängerung der Förderkürzung. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg Freitagabend auf 53,54 Dollar (47,82 Euro). Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 1,72 Prozent auf 50,20 Dollar.




    Schlagwörter

    Energiewirtschaft, Erdöl, OPEC

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-05-19 18:36:02
    Letzte nderung am 2017-05-22 10:42:08



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