• vom 19.05.2017, 22:08 Uhr

International


Moskau

Immobilienskandal um Wladimir Putins Ex-Frau




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  • Ljudmila Alexandrowna Otscheretnaja, vormals Putina, soll via ominöser Stiftung Eigentümerin einer historischen Villa im Zentrum von Moskau sein.

Reich geworden: Putins Ex-Frau Ljudmila.

Reich geworden: Putins Ex-Frau Ljudmila.© afp/Itar-Tass/Zhukov. Reich geworden: Putins Ex-Frau Ljudmila.© afp/Itar-Tass/Zhukov.

Moskau/Wien. (is) Gibt es ein Leben nach Wladimir Putin? Viele Russen schlagen sich mit dieser Frage weiterhin herum. Die Ex-Frau des Kreml-Chefs, Ljudmila Alexandrowna Otscheretnaja, früher Ljudmila Putina, hat sie für sich schon beantwortet: Ja, und was für eines!

Die heute 59-Jährige ist vier Jahre nach der Scheidung wieder glücklich verheiratet - mit einem 21 Jahre jüngeren Mann. Weich gefallen ist die frühere First Lady nach 30 Jahren Ehe mit Putin auch finanziell. Er hat dafür gesorgt, dass Ljudmila, die den Namen ihres zweiten Ehemannes angenommen hat, auf Staatskosten ein Luxusleben führen kann. Ein undurchsichtiges Geflecht aus Stiftungen und Tochtergesellschaften sollte, wie in Putins Umfeld üblich, dafür sorgen, dass die verdeckten Geldflüsse geheim bleiben. Russische Medien wie auch die Agentur Reuters recherchierten und deckten einen Immobilienskandal auf.

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Putins Ex-Frau soll demnach über eine ominöse Stiftung Eigentümerin einer historischen Sieben-Millionen-Dollar-Villa im Zentrum Moskaus sein, die mit Mieteinnahmen pro Jahr mehrere Millionen Dollar lukriert.

Dubioses Firmengeflecht
Das Wolkonsky-Haus, benannt nach dem hochrangigen General Nikolai Wolkonsky, einem Großvater des Autors Leo Tolstoi, diente in zaristischen Zeiten als Herrschaftsvilla für Aristokraten. Nach der Oktoberrevolution ging das Haus in der Vosdwischenkastraße Nummer 9 in Staatsbesitz über, 1992 gehörte es dem Außenministerium.

2005, fünf Jahre nach Putins Einzug in den Kreml, sei es der angeblich gemeinnützigen Stiftung "Zentrum für die Entwicklung zwischenmenschlicher Kommunikation" (CDIC) übertragen worden, berichtet Reuters. CDIC war 2002 mit tatkräftiger Unterstützung Ljudmila Putinas gegründet worden, seit 2006 scheint sie als Treuhänderin auf. Nach der Scheidung 2013 wurde die Villa russischen Medien zufolge mittels Steuergeldern umfassend renoviert. Bezahlt haben soll die Kreml-Abteilung zur Verwaltung staatlicher Immobilien.

Die Stiftung selbst hat in dem historischen Gebäude ihre Büroräume, ein Großteil der Fläche wird aber vermietet, darunter an zwei große Staatsbanken. Eine davon ist Reuters zufolge die VTB, gerne als Putins Hausbank bezeichnet, die allein knapp 2 Millionen Euro Miete pro Jahr an Meridian, eine Tochterfirma der CDIC, überweist, die wiederum zu 99 Prozent Interierservice gehört. Angemeldet ist Interierservice auf Putinas Mädchennamen Ljudmila Alexandrowna Schkrebnjowa, auch das Geburtsdatum ist mit dem der ehemaligen First Lady ident.

Für 2015 weisen die Bilanzdaten von CDIC Einkünfte von 5,6 Millionen Euro und Ausgaben von 4,1 Millionen Euro aus. 3,4 Prozent davon wurden angeblich für wohltätige Zwecke gespendet. Dafür sollen Ljudmila und ihr Mann, früher Eventmanager, inzwischen Leiter der CDIC, für 7,5 Millionen Dollar eine Luxusvilla in Biarritz erworben haben.




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Dokument erstellt am 2017-05-19 22:12:06



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