• vom 04.08.2017, 19:59 Uhr

International

Update: 04.08.2017, 20:26 Uhr

Fipronil

Supermarktketten ziehen Konsequenzen aus Eier-Skandal




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  • Aldi nahm am Freitag importierte Eier aus den Regalen. Der Discounter rechnet mit Engpässen.

Berlin/Düsseldorf. In Deutschland räumen immer mehr Supermarktketten Eier aus den Regalen. Der Discounter Aldi nahm am Freitag alle Eier aus dem Verkauf. Weil es in zahlreichen Bundesländern Berichte über den Nachweis von Fipronil gebe, habe man sich entschieden, deutschlandweit auf Eier zu verzichten, teilte die Handelskette mit. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, von einer gesundheitlichen Beeinträchtigung könne nicht ausgegangen werden.

Zuvor hatten Rewe und der Discounter Penny den Verkauf von Eiern aus den Niederlanden gestoppt. Auch die Supermarktkette Real hat Eier aus dem Verkauf genommen. Metro will Eier entfernen, die Kennzeichnungen aus den Niederlanden tragen. Der Diskonter Lidl erklärte hingegen, Eier nur von Lieferanten zu beziehen, die "nachweislich negativ auf Fipronil beprobt sind".

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Laut dem Landwirtschaftsministerium wurde Fipronil in Eiern aus Belgien und den Niederlanden nachgewiesen. Mindestens drei Millionen kontaminierte Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland geliefert. Unrechtmäßig mit Fipronil versetzte Reinigungsmittel seien aber auch an Legehennen-Betriebe in Niedersachsen geliefert worden.

Das Insektizid Fipronil wird gegen Insekten wie Flöhe, Milben und Zecken eingesetzt. Die Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren ist nicht erlaubt. Da Fipronil nicht in Bereichen der Erzeugung von Lebensmitteln eingesetzt werden darf, müssen alle damit belasteten Erzeugnisse aus dem Verkehr gezogen werden. Ab sofort dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein negativer Fipronil-Nachweis aus einer amtlichen Probenahme oder von einem akkreditierten Labor vorliegt, teilte der Discounter mit. "Diese Vorsichtsmaßnahme kann dazu führen, dass mit Eier-Engpässen zu rechnen ist", hieß es.

In Deutschland legten Hennen 2016 knapp 12 Milliarden Eier. Das reicht aber bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu stillen: Im vergangenen Jahr wurden rund 6,97 Milliarden Eier in die Bundesrepublik importiert. Mit knapp fünf Milliarden stammte der Löwenanteil aus den Niederlanden, danach folgt Polen.

Fipronil-Spur führt
nach Rumänien

Auch in den Niederlanden hat der Skandal Folgen. Der Lebensmittelhandelsverband CBL erklärte, alle möglicherweise kontaminierten Eier würden aus den Supermärkten entfernt.

Die Ursache für die Kontaminierung ist noch nicht geklärt. Laut dem "Spiegel" ist ein Chemiehändler aus dem belgischen Weelde ins Zentrum der Ermittlungen gerückt. Belgische und niederländische Fahnder gingen Hinweisen nach, wonach der Händler um den Jahreswechsel in einer Fabrik in Rumänien große Mengen des Tiermedikaments Fiprocid geordert habe, das Fipronil enthält.

Das Kontaktgift war offenbar einer Flüssigkeit namens "Dega 16" beigemischt, die in 20-Liter-Kanistern vertrieben wurde und der Säuberung von Geflügelställen dienen sollte.




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Dokument erstellt am 2017-08-04 17:24:02
Letzte ─nderung am 2017-08-04 20:26:46



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