• vom 15.08.2017, 08:48 Uhr

International

Update: 15.08.2017, 11:52 Uhr

Rechtsextreme Gewalt

Firmenchefs kehren Trump den Rücken




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Langes Zögern von Trump hat Folgen: CEOs von Intel und Under Armour ziehen sich aus Beratergremium zurück.

Es soll kein Zögern geben, wenn es um die Verurteilung von Hassrede oder weißem Rassismus gehe, twitterte Intel-CEO Brian Krzanich. - © APA, afp, David Becker/Getty Images

Es soll kein Zögern geben, wenn es um die Verurteilung von Hassrede oder weißem Rassismus gehe, twitterte Intel-CEO Brian Krzanich. © APA, afp, David Becker/Getty Images

Washington/Charlottesville (Virginia)/Durham (North Carolina). Nach langem Zögern hat US-Präsident Donald Trump die rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville (Virginia) verurteilt, doch die Proteste in den USA gehen weiter. Bei einer Aktion gegen weiße Rassisten stürzten Demonstranten im US-Staat North Carolina am Montag ein Denkmal für Soldaten der ehemaligen Südstaaten Amerikas. Sein Zögern kostete Trump indes auch Rückhalt aus der Wirtschaft.

Auf Fernsehbildern des US-Senders WNCN war zu sehen, wie eine Demonstrantin in Durham eine Schlinge um den Hals der Figur legte. Daraufhin begannen andere Teilnehmer, an der Schlinge zu ziehen und die Statue zu stürzen. Menschen traten auf das gefallene Symbol ein.

Nach Angaben der Veranstalter war die Aktion eine direkte Antwort auf die Zusammenstöße von Rassisten und Gegendemonstranten in Charlottesville. Das Denkmal aus dem Jahr 1924 stand für Soldaten, die auf der Seite der Konföderierten im Amerikanischen Bürgerkrieg starben. Die Südstaaten wollten damals die Sklaverei beibehalten.

Trump hatte sich nach heftiger Kritik aus der ganzen Welt und sogar aus der eigenen Partei schließlich mit klaren Worten von den Ausschreitungen in Charlottesville distanziert. Neonazis, der rassistische Ku Klux Klan oder andere Gruppen voller Hass hätten keinen Platz in Amerika, sagte der Präsident am Montag in Washington. "Rassismus ist böse und diejenigen, die in seinem Namen Gewalt anwenden, sind Kriminelle und Verbrecher", sagte Trump.

Weil er zunächst von "Gewalt von vielen Seiten" gesprochen und Rassisten nicht explizit beim Namen genannt hatte, war er unter erheblichen Druck geraten. "Es kommt nicht auf die Hautfarbe an", sagte Trump. Gewalt, Hass und Fanatismus hätten keinen Raum in den Vereinigten Staaten, betonte der Präsident, der am Montag in New York von Demonstranten empfangen wurde.

Die Attacke eines jungen Mannes mit einem Auto, bei der eine 32-Jährige starb, nannte Trump "rassistisch". Amerika müsse auf solchen Hass mit Liebe antworten, Stärke zeigen und aufs Neue zusammenkommen. Trump sprach aber auch am Montag nicht von rechtsgerichtetem Terrorismus. Dies hatten die oppositionellen Demokraten und auch Teile seiner republikanischen Partei gefordert.

Kein Rückhalt von Wirtschaftsführern

Der Präsident verliert auch Rückhalt unter US-Wirtschaftsführern. In der Nacht zum Dienstag quittierten zwei weitere Konzernchefs ihren Dienst in einem Beratergremium Trumps - aus Protest gegen dessen Reaktion auf Charlottesville. Nach dem Rücktritt des Merck & Co-Chefs Kenneth Frazier am Montag folgten jetzt die Unternehmenslenker von Intel und Under Armour, Brian Krzanich und Kevin Plank.

Intel-Chef Krzanich schrieb im Firmen-Blog, dass er mit dem Schritt den Blick auf den "ernsthaften Schaden", den das politische Klima anrichte, lenken wolle. "Ich trete zurück, weil ich Fortschritte machen möchte, während viele Leute in Washington mehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt." Plank teilte auf Twitter mit, dass er "sein Land und seine Firma liebe" und sich nun ganz auf "die inspirierende und vereinende Kraft des Sports" konzentrieren wolle.

Der Afroamerikaner Frazier hatte seinen Rückzug via Twitter begründet: "Ich fühle mich verantwortlich, Stellung gegen Intoleranz und Extremismus zu beziehen." Trump attackierte den Merck-Chef und das Unternehmen auf Twitter scharf. Der Pharma-Manager habe nun mehr Zeit, die Wucherpreise für Medikamente zu senken.Washin

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Dokument erstellt am 2017-08-15 08:49:04
Letzte nderung am 2017-08-15 11:52:32



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