• vom 18.08.2017, 08:15 Uhr

International

Update: 18.08.2017, 09:18 Uhr

Air Berlin

"Wir brauchen schnell eine gute Lösung"




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Von WZ Online, APA, Reuters, AFP

  • Generalbevollmächtigter Kebekus glaubt, dass die meisten der 8.600 Arbeitsplätze gerettet werden können.

Drei Air Berlin-Flugzeuge am Flughafen Tegel in Berlin. - © APAweb / Reuters, Hannibal Hanschke

Drei Air Berlin-Flugzeuge am Flughafen Tegel in Berlin. © APAweb / Reuters, Hannibal Hanschke

Berlin/Schwechat. Der Generalbevollmächtigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin ist zuversichtlich, dass die Arbeitsplätze der meisten der 8.600 Mitarbeiter gerettet werden können. "Endgültig sicher ist man erst, wenn die Verträge unterzeichnet sind. Aber wir befinden uns in sehr guten Gesprächen mit potenziellen Käufern", sagte Frank Kebekus dem "Handelsblatt" vom Freitag.

"Wir brauchen schnell eine gute Lösung", sagte Kebekus. Dies hätten die Verhandlungspartner verstanden und seien dazu auch bereit. Nach Informationen des "Handelsblatts" aus dem Umfeld des Unternehmens sind für diesen Freitag Gespräche mit potenziellen Investoren angesetzt.

Zypries warnt vor zu hohen Erwartungen

Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte die Lufthansa vor zu hohen Erwartungen im Übernahmepoker. Alle Beteiligten müssten "zügig, gewissenhaft und kompromissbereit" verhandeln, sagte Zypries der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Mit dem Übergangskredit haben wir Air Berlin jetzt die nötige Zeit verschafft, gemeinsam mit anderen Airlines eine gute Verhandlungslösung zu finden", sagte Zypries. Ziel sei "eine Lösung, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Air Berlin eine Perspektive gibt und den Wettbewerb sichert", betonte die Ministerin.

In Gewerkschaftskreisen wird befürchtet, dass bei der Aufspaltung der Niki-Mutter Air Berlin vor allem das Bodenpersonal unter die Räder kommen könnte. Diese Sorge könne er "nur zum Teil nachvollziehen", sagte Kebekus. Er sei "da durchaus optimistischer als die Gewerkschaften", sagte er und verwies etwa auf die Air Berlin Technik mit 800 Mitarbeitern. Sie sei ausgelagert und es handle sich um ein eigenes Insolvenzverfahren. Eine komplette Liquidation der Sparte sehe er nicht.

Nicht nur Lufthansa soll zum Zug kommen

Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Große Teile der Airline könnten an die Lufthansa gehen, sofern die Kartellwächter zustimmen. Der deutschen Regierung zufolge soll aber nicht ausschließlich die Lufthansa zum Zuge kommen. "Am Ende wird schon aus kartellrechtlicher Sicht nicht nur eine Airline alleine die Slots und das Unternehmen übernehmen können", sagte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries der "Rheinischen Post" laut Vorausbericht aus der Freitag-Ausgabe.

Air Berlin habe einen Übergangskredit erhalten und damit habe die Regierung dem Unternehmen nun "die nötige Zeit verschafft, gemeinsam mit anderen Airlines eine gute Verhandlungslösung zu finden". Alle Beteiligten müssten diese Zeit jetzt nutzen und zügig, gewissenhaft und kompromissbereit verhandeln. "Ziel ist eine Lösung, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Air Berlin eine Perspektive gibt und den Wettbewerb sichert."

Lufthansa will Unternehmenskreisen zufolge bis zu 90 der 140 Maschinen übernehmen, die von Air Berlin betrieben werden, sowie deren österreichische Tochter Niki. Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte der "Rheinischen Post" gesagt, man brauche einen "deutschen Champion" im internationalen Luftverkehr. "Deswegen ist es dringend geboten, dass Lufthansa wesentliche Teile von Air Berlin übernehmen kann." Air Berlin verhandelt seinem Chef Thomas Winkelmann zufolge mit drei börsennotierten Rivalen, darunter der Lufthansa. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete im Voraus aus ihrer Freitagausgabe, Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt habe in einem Gespräch mit der Zeitung deutlich gemacht, dass eine Entscheidung über den Verkauf von Air Berlin an die Lufthansa oder andere Interessenten möglicherweise in Brüssel entschieden werde.





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Dokument erstellt am 2017-08-18 08:17:03
Letzte nderung am 2017-08-18 09:18:43



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