• vom 01.09.2017, 22:01 Uhr

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Nach "Harvey" hoffen Ölhändler auf Venezuela




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    Caracas. Der Sturm "Harvey" bringt das international geächtete Venezuela auf dem Rohstoffmarkt zurück ins Spiel. Das Opec-Mitglied kann wegen seiner maroden Ölindustrie zwar nicht direkt vom Ausfall der US-Raffinerien profitieren. Vor seiner Küste liegen aber zahlreiche Tanker mit Benzin und Diesel auf Reede.

    Auf diese haben andere lateinamerikanische Staaten ein Auge geworfen, weil sie auf Treibstoff-Importe angewiesen sind. Die meisten Ölfirmen der Region warteten auf die Wiedereröffnung der US-Verladeterminals, sagt ein Ölhändler. "Aber einige Firmen sind verzweifelt." Denn in den vergangenen Tagen legte kaum ein Tanker von der überfluteten Golfküste ab.

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    Einem Insider zufolge stornierte eine Ölhandelsfirma die Lieferung zweier Tankerladungen Diesel an den venezolanischen Staatskonzern PDVSA und leitete sie nach Ecuador um. PDVSA war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Insgesamt warten rund sieben Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl-Produkte in der südlichen Karibik auf Entladung. Die Tanker liegen teilweise seit Wochen vor der Küste - weil PDVSA mit Zahlungen in Verzug ist oder weil die Häfen überlastet sind. Venezuela verfügt über die größten Rohöl-Reserven der Welt, ist aber auf den Import von Benzin und Diesel angewiesen. Die Raffinerien des Landes sind in einem schlechten Zustand.

    Unterdessen läuft die Suche lateinamerikanischer Staaten nach Ersatz für die ausgefallenen US-Lieferungen auf Hochtouren: Der peruanische Ölkonzern Petroperu hat eine Bestellung von bis zu fünf Tanker-Ladungen Diesel zur Lieferung im September und Oktober ausgeschrieben. Auch Mexiko, das sonst zwei Tankerladungen täglich aus den USA bezieht, sucht Alternativen. Die USA sind mit mehr als fünf Millionen Barrel pro Tag der weltgrößte Exporteur von Erdöl-Produkten.




    Schlagwörter

    USA, Venezuela

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    Dokument erstellt am 2017-09-01 18:06:07



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