• vom 15.09.2017, 14:54 Uhr

International

Update: 15.09.2017, 14:57 Uhr

Übernahme

Mehrere Interessenten bieten für insolvente Air Berlin




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Von WZ Online, Reuters, Klaus Lauer und Natasha Zekry

  • Endgültige Entscheidungen sollen am 25. September fallen.

Der Verkauf von Air Berlin gilt als politisch heikel - nicht zuletzt, weil die Fluggesellschaft seit ihrer Insolvenz Mitte August nur noch miteinem umstrittenen Staatskredit über 150 Millionen Euro weiterfliegen kann. - © APAweb/AFP, Odd Andersen

Der Verkauf von Air Berlin gilt als politisch heikel - nicht zuletzt, weil die Fluggesellschaft seit ihrer Insolvenz Mitte August nur noch miteinem umstrittenen Staatskredit über 150 Millionen Euro weiterfliegen kann. © APAweb/AFP, Odd Andersen

Berlin. Der Bieterkampf um die insolvente Air Berlin geht in die heiße Phase. Mehrere Interessenten haben bis zum Ablauf der Frist am Freitagnachmittag ihre Angebote für die Fluggesellschaft oder Teile davon eingereicht. Endgültige Entscheidungen zum Verkauf sollen am 25. September fallen - und damit einen Tag nach der Bundestagswahl. Als Favorit gilt die Lufthansa, die nach eigenen Angaben eine Offerte abgab, ohne jedoch Details zu nennen. Aus Verhandlungskreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass Deutschlands größte Fluggesellschaft für 70 bis 90 der gut 140 Maschinen einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag biete.

Der Verkauf von Air Berlin gilt als politisch heikel - nicht zuletzt, weil die Fluggesellschaft seit ihrer Insolvenz Mitte August nur noch mit einem umstrittenen Staatskredit über 150 Millionen Euro weiterfliegen kann.

Der Sachwalter für Air Berlin, Lucas Flöther, nimmt nun mit seinem Team die Angebote unter die Lupe. "Der aktuelle Stand zum Ende der Frist heute 14 Uhr ist, dass wir mehrere Angebote bekommen haben, die wir jetzt sehr detailliert auswerten müssen", sagte Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel zu Reuters TV. Das werde einige Tage dauern.

Die Zeit drängt, denn die Airline macht wegen sinkender Buchungen täglich mehrere Millionen Euro Verlust. Damit stellt sich die Frage, ob die Finanzhilfen der Steuerzahler ausreichen, bis die Kartellbehörden grünes Licht geben und die Restrukturierung beginnen kann. Möglicherweise müssen die Bieter also noch Geld zuschießen. "Das müssen die Interessenten einpreisen", hieß es aus Verhandlungskreisen.

Interesse wird auch dem Billigflieger Easyjet nachgesagt. Der Ex-Rennfahrer Niki Lauda hatte eine Offerte zusammen mit der Thomas-Cook-Tochter Condor in Aussicht gestellt. Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat bereits ein Angebot eingereicht. Die Berliner Logistikfirma Zeitfracht bietet für die Frachttochter Leisure Cargo, die Regionalflugtochter Walter (LGW) und die Air Berlin Technik. "Wir gehen fest davon aus, dass wir damit rund 1000 Arbeitsplätze der insolventen Air Berlin Gruppe sichern und unsere Zeitfracht Gruppe zu einem gut etablierten Luftfracht-Carrier ausbauen können", erklärte Firmenchef Wolfram Simon. Den angebotenen Kaufpreis nannte er nicht. Einem Medienbericht zufolge hat auch der frühere Energiemanager Utz Claassen ein "Angebot zur Komplettübernahme" vorgelegt.

Der chinesische Unternehmer Jonathan Pang von der Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern beantragte derweil eine Woche Fristverlängerung, wie sein Anwalt Helmut Naujoks sagte. In verhandlungsnahen Kreisen hieß es, der Freitag-Termin sei keine Ausschlussfrist. Angebote liefen auch bei Vorlage in den kommenden Tagen nicht ins Leere.

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Dokument erstellt am 2017-09-15 14:55:29
Letzte nderung am 2017-09-15 14:57:01



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