• vom 20.09.2017, 12:12 Uhr

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Update: 20.09.2017, 12:15 Uhr

Finanzpolitik

EU-Kommission schlägt stärkere Finanzmarktaufsicht vor




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Von WZ Online, APA

  • Größere Unabhängigkeit der europäischen Gremien und erweiterte Beaufsichtigung durch ESMA angestrebt.

Konkret will die EU-Kommission eine stärkere EU-weite Koordinierung und Aufsicht erreichen, indem die Europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESA)ihre Arbeitsprogramme aufeinander abstimmen.

Konkret will die EU-Kommission eine stärkere EU-weite Koordinierung und Aufsicht erreichen, indem die Europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESA)ihre Arbeitsprogramme aufeinander abstimmen.© APAweb/AFP, Denis Charlet Konkret will die EU-Kommission eine stärkere EU-weite Koordinierung und Aufsicht erreichen, indem die Europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESA)ihre Arbeitsprogramme aufeinander abstimmen.© APAweb/AFP, Denis Charlet

Brüssel. Die EU-Kommission hat am Mittwoch eine stärkere Finanzmarktaufsicht vorgeschlagen. Damit solle die Kapitalmarktunion gestärkt und die Entwicklung von Finanztechnologien unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit gefördert werden, erklärte die EU-Kommission in Brüssel.

Konkret will die EU-Kommission eine stärkere EU-weite Koordinierung und Aufsicht erreichen, indem die Europäischen Finanzaufsichtsbehörden (ESA) ihre Arbeitsprogramme aufeinander abstimmen. Sie sollen die Vorgehensweisen der Behörden überwachen, wenn diese Banken, Fondsmanagern und Wertpapierfirmen die Delegierung und Auslagerung geschäftlicher Aufgaben in Nicht-EU-Staaten gestatten. Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) soll verstärkt die Validierung interner Modelle fördern, die große Versicherungen zur Berechnung der Solvenzkapitalanforderung verwenden.

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) soll effizienter Risiken für das Finanzsystem als Ganzes überwachen können. Der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) will die EU-Kommission mehr direkte Beaufsichtigungskompetenzen übertragen. Dies betrifft bei Kapitalmarktdaten vor allem die Beaufsichtigung von Referenzwerten und Indikatoren zur Bepreisung von Finanzinstrumenten und Performancemessung von Investmentfonds.

Eine direkte Beaufsichtigung durch die ESMA will die EU-Kommission auch für den Kapitalmarktzugang schaffen, das heißt für die Prospekte betreffend Informationen für Anleger. Die ESMA soll außerdem bestimmte Investmentfonds mit EU-Label genehmigen und überwachen, um einen echten Binnenmarkt für diese Fonds zu schaffen, erklärte die Kommission. Ihr soll auch eine größere Rolle bei der Koordinierung von Untersuchungen von Marktmissbrauch zukommen.

Die EU-Kommission will die Entscheidungen der ESA - dazu zählt neben ESMA, EIOPA, ESRB auch die Europäische Bankenaufsicht EBA - auch unabhängiger von nationalen Interessen machen. Neu geschaffene Direktorien mit hauptamtlichen Mitgliedern sollen dies sicherstellen. Mit der Reform soll auch die Finanzierung der Europäischen Finanzaufsichtsbehörden von den nationalen Stellen losgelöst werden, um die europäischen Gremien unabhängiger zu machen. Künftig soll ein Teil der ESA aus EU-Mitteln finanziert werden, ein anderer Teil aus Beiträgen des Finanzsektors.

"Eine stärker integrierte Finanzmarktaufsicht wird die Widerstandsfähigkeit der Wirtschafts- und Währungsunion erhöhen", erklärte EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-20 12:13:08
Letzte nderung am 2017-09-20 12:15:44



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