• vom 21.09.2017, 18:06 Uhr

International


Fusion

Eine Branche schrumpft sich groß




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  • Die Fusion von Bayer und Monsanto stellt den Höhepunkt von namhaften Zusammenschlüssen im Agrochemie-Sektor dar - Umweltschützer machen gegen die Konzentration mobil.





St. Louis/Leverkusen. (ast/puma) Anfang dieses Jahres dominierten sieben Unternehmen die weltweite Produktion von Pestiziden und Saatgut. Wenn die Kartellbehörde der EU grünes Licht gibt, wird die Zahl der Akteure des Schlüsselmarkts der globalen Landwirtschaft bald auf vier Konkurrenten schrumpfen.

Die jüngste angekündigte Fusion gerät nun aber ins Stocken: Der deutsche Pharmahersteller Bayer kann die umgerechnet 55 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto nämlich doch nicht so rasch über die Bühne bringen. Das Angebot legte der Konzern bereits im Mai 2016 vor. Bei der EU-Kommission beantragte nun der Chemiekonzern eine Verlängerung der Prüffrist für den Mega-Zukauf diese Woche. Damit wird sich die Fusion wahrscheinlich bis in das Jahr 2018 hinauszögern. Bayer hatte noch im August bekräftigt, den Zukauf bis Ende des Jahres unter Dach und Fach bringen zu wollen - selbst als die Wettbewerbshüter schon Bedenken gegen die Übernahme angemeldet und eine umfassende Prüfung angekündigt hatten. Damit hat die Kommission bis zum 8. Jänner 2018 Zeit, um eine Entscheidung zu fällen. Bayer möchte sich jedoch weitere zehn Werktage, bis zum 22. Jänner, Luft verschaffen, um der Größe der Transaktion eine angemessene Prüfung zu ermöglichen, wie man den Schritt selbst begründet.


Die Kommission hatte nach einer ersten Untersuchung die Sorge geäußert, dass der Zukauf den Wettbewerb etwa im Bereich Pestizide und Saatgut beeinträchtigen könnte. Bayer hat bereits mitgeteilt, sich im Zuge des Kartellverfahrens von einem Umsatz in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar zu trennen. Diese Summe könnte jedoch nicht ausreichend sein und Bayer zu weiteren Zugeständnissen zwingen. Falls der Deal platzt, müsste Bayer Monsanto nämlich zwei Milliarden Dollar an Monsanto als Vertragsstrafe überweisen.

Erst im vergangenen August ging die Fusion der US-Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont über die Bühne. Der Zusammenschluss der beiden Großfirmen gilt als Vorbild. Zum einen, weil es sich ebenfalls um zwei führende Agrarchemiehersteller handelt, die im Bereich Pestizide und Saatgut operieren. Zum anderen, da sich auch bei dieser Übernahme der Zeitplan mehrmals verzögerte, weil die Kommission mehr Informationen einholen wollte und größere Zugeständnisse verlangte. Der neu entstandene Riesenkonzern wurde schließlich in drei börsennotierte Unternehmen aufgespalten.

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Dokument erstellt am 2017-09-21 18:12:11



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