
Rom. Am 28. April debütiert Italiens erster privater Hochgeschwindigkeitszug Italo. Er wird von Italiens neuer privater Bahngesellschaft NTV (Nuovo Trasporto Viaggiatori) betrieben, an der sich auch der Präsident des Sportwagenherstellers Ferrari, Luca Cordero di Montezemolo beteiligt.
Ab 15. April werden die Tickets für den Superzug, der zwischen Mailand, Bologna, Florenz, Rom und Neapel verkehren wird, verkauft. Das Angebot wird bis Jahresende auch auf die Strecken Turin-Salerno und Venedig-Rom ausgebaut, teilte das Unternehmen mit. Montezemolo hatte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" davon gesprochen, die Ferrari-Züge nach einer Etablierung des Inlandsgeschäfts auch ins Ausland fahren zu lassen. Auch von Wien war die Rede.
Der Italo, von der französischen Alstom gebaut, wird mit einer Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometer auf Italiens Schienennetz fahren und soll mit dem Frecciarossa ("Roter Pfeil") der italienischen Staatsbahn FS (Ferrovie dello Stato) konkurrieren.
NTV startet mit 25 Zügen, die an der roten Ferrari-Farbe zu erkennen sind. Sie bieten drei Wagenklassen mit abgestuftem Komfort. Die Preise sollen unter denen der privatisierten Trenitalia liegen, die schon lange Hochgeschwindigkeitszüge führt. Im Italo soll nur das Reisen in der höchsten Wagenklasse teurer sein. "Wir wollen, dass sich jeder Passagier bei uns an Bord zu Hause fühlt", sagte Montezemolo. NTV will auch Passagiere aus dem deutschsprachigen Raum gewinnen. So wurde ein Abkommen mit Rail Europe abgeschlossen, der mit seiner Internetseite Tgv. com der wichtigste Anbieter von Zugverbindungen der Welt ist. Eine Milliarde Euro hat NTV in das Projekt investiert, 800 Personen wurden angestellt.
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