• vom 23.08.2011, 17:01 Uhr

Österreich

Update: 23.08.2011, 18:40 Uhr

Private Anleger stürmen die Wiener Edelmetallgeschäfte

Goldrausch in der Einkaufsstraße




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Von Stefan Meisterle

  • Sorge um Stabilität der Währung heizt private Nachfrage an.
  • Händler raten von einseitiger Anlage ab.

Wien

Die größte Goldmünze der Welt wurde 2010 um 3,27 Millionen Euro versteigert. Nun brächte sie wohl mehr ein: Der Goldpreis ist auf Rekordjagd und hat die 1900-Dollar-Marke je Feinunze geknackt. Foto: APAweb/Hans Klaus Techt

Die größte Goldmünze der Welt wurde 2010 um 3,27 Millionen Euro versteigert. Nun brächte sie wohl mehr ein: Der Goldpreis ist auf Rekordjagd und hat die 1900-Dollar-Marke je Feinunze geknackt. Foto: APAweb/Hans Klaus Techt© APAweb/Hans Klaus Techt Die größte Goldmünze der Welt wurde 2010 um 3,27 Millionen Euro versteigert. Nun brächte sie wohl mehr ein: Der Goldpreis ist auf Rekordjagd und hat die 1900-Dollar-Marke je Feinunze geknackt. Foto: APAweb/Hans Klaus Techt© APAweb/Hans Klaus Techt

. Der Untergang naht. Erst erwischt es den Euro, dann den Dollar und andere Währungen. Das wirtschaftliche und soziale Gefüge bricht auseinander. Am Ende stockt die Nahrungsmittelversorgung, Strom gibt es längst keinen mehr. Glücklich ist, wer rechtzeitig vorgesorgt hat. Und sein Vermögen zu Gold und Silber gemacht hat. Denn wo die Papierwährung versagt, kann man sich nur mehr auf Edelmetall verlassen. Untergangsszenarien wie dieses sind den Wiener Edelmetall- und Münzhändlern nicht unbekannt. Denn sie sind in Verbindung mit ernüchternden Wirtschaftsnachrichten ein Grund dafür, dass die private Nachfrage nach Gold und Silber seit Jahren steigt. Doch das Bedürfnis nach Absicherung durch Edelmetalle geht über Anhänger dieser Katastrophenvisionen hinaus. Denn Anlagen in Gold und Silber sind längst für weite Kreise der Bevölkerung zum Thema geworden.


"Gold spielt im Alltagsleben heute eine wichtige Rolle", ist Theobald Kovacic, Geschäftsführer des Wiener Münzen-Zentrums, überzeugt. "Noch nie wurde so viel über Gold geschrieben und gesprochen wie derzeit", so der Münzhändler. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität werden Edelmetalle als sichere Vermögensanlage wiederentdeckt. "Um Werte zu erhalten, hat Gold seine Rolle immer gut gespielt. Es hat geringe Ankaufs-Verkaufsspannen, keine Mehrwertsteuer. Und es ist inflationsgeschützt", spricht Kovacic ein entscheidendes Kriterium an: die Wahrung des Geldwertes.

Crash auf Raten

"Ich rechne zwar nicht mit dem totalen Währungs- und Wirtschaftskollaps, aber ich halte ihn nicht für unmöglich", verrät so ein Edelmetallkäufer, der anonym bleiben möchte. Seine Beweggründe für die Umschichtung seines Vermögens in Gold und Silber? "Die Angst vor der Hyperinflation", so der Käufer gegenüber der "Wiener Zeitung". "Das Vertrauen in typische Sparformen ist weg", stimmt ein weiterer Goldliebhaber zu. "Ich sehe einen Crash auf Raten auf uns zukommen. Mit der Inflation fängt es an, dann kommt die Hyperinflation. Und schließlich die Währungsreform", glaubt der Edelmetallbesitzer.

"Inflation ist für viele unserer Käufer ein wichtiger Punkt", bestätigt Berater Soos vom Wiener Edelmetallhändler Goldvorsorge SOOS. "Ein weiterer ist, dass Länder Gefahr laufen, pleite zu gehen. Die hohen Staatsschulden verunsichern die Menschen", ist er überzeugt. "Ein Großteil der Kunden hat Angst vor einer Geldentwertung. Und viele wollen dem Staat nicht noch mehr Geld geben", berichtet auch Christian Lechner, Geschäftsführer beim Edelmetallhändler Van Goethem.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-08-23 17:02:47
Letzte Änderung am 2011-08-23 18:40:15



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