Wien.

Der Grund: Das Unternehmen, das nicht nur die Stahlindustrie, sondern auch die Glas-, Zement- und Kalkindustrie mit feuerfesten Produkten beliefert, verdient aus seiner Sicht zu wenig. Während der Umsatz heuer - in den ersten drei Quartalen - um 14 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro recht deutlich zulegte, stieg der operative Gewinn (Ebit) lediglich um ein Prozent auf 108,4 Millionen Euro. Die Ebit-Marge war mit 8,5 (nach 8,6 Prozent) sogar leicht rückläufig. Für Struzl ist damit klar: "Wir müssen die Kosten senken."
Einen Stellenabbau in großem Stil schließt er jedoch aus: "Ich sehe kein Personalvernichtungsprogramm." Die RHI beschäftigt aktuell rund 8000 Mitarbeiter und betreibt weltweit 33 Werke. Kosten einsparen will Struzl vielmehr in der Produktion, indem technische Verfahren optimiert werden, und beim Energieverbrauch. Hier setzt der neue Chef vor allem auf die Mitarbeiter, die sich mit eigenen Ideen einbringen sollen. Einen "Masterplan" will Struzl Anfang 2012 vorlegen - und dann Schritt für Schritt umsetzen. Sein Ziel binnen drei Jahren: die Ebit-Marge über die Marke von 10 Prozent zu bringen.
Gleichzeitig soll der Jahresumsatz von zuletzt 1,5 Milliarden auf deutlich mehr als 2 Milliarden Euro gehebelt werden - organisch und über Zukäufe. Wachstum ist vor allem in Brasilien, Russland, Indien und China geplant. Für die Stahlkonjunktur sieht Struzl bis Ende des ersten Quartals 2012 eine Abkühlung - danach sollte es aber wieder bergauf gehen.
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