Wien. (hes/apa) Bausparen ist für die Österreicher eine heilige Kuh - und gehört mit dem Sparbuch gerade in der Krise zu den beliebtesten Veranlagungen, wie rund 5,2 Millionen Ansparverträge in Österreich und Einlagen von 19,3 Milliarden Euro belegen. Künftig wird Bausparen allerdings deutlich unattraktiver - weil der Staat seine Zuschüsse kappt. Die Bausparprämie soll halbiert werden und künftig maximal zwischen 1,5 und 4 Prozent liegen. Das entlastet das Budget um 76 Millionen Euro pro Jahr.
"Das rechnet sich überhaupt nicht und ist von der Finanzministerin nicht ganz durchdacht", sagt Josef Schmidinger, Chef der S-Bausparkasse, zur "Wiener Zeitung". Geschädigte seien in Wirklichkeit die Gewerbliche Wirtschaft und das Handwerk - denn das von den Österreichern angesparte Geld werde in den Wohnbau, die Sanierung oder die Anschaffung von Möbeln gesteckt. Das bringe Wertschöpfung und kurble die Wirtschaft an - und bringe dem Fiskus Steuermehreinnahmen. "Die Bausparkassen bringen der Wohnungswirtschaft jedes Jahr mehr als drei Milliarden Euro Finanzierungsleistung." Wenn dieser Betrag um zehn oder zwanzig Prozent sinke, wäre der Einsparungseffekt durch den Steuerausfall zunichtegemacht.
Die staatlich geförderte Pensionsvorsorge erhält einen weiteren Nackenschlag. Weil in den Krisenjahren die Kapitalmarkterträge ausgeblieben sind, dümpelt der Wert vieler der 1,5 Millionen Verträge der (2003 stark beworbenen) "Zukunftsvorsorge" vor sich hin. Viele Anleger können von Wertzuwächsen gar nicht mehr profitieren. Jetzt wird das letzte "Zuckerl" gekürzt: Befristet bis 2016 wird die staatliche Prämie halbiert - von 5,5 Prozent auf 2,75 Prozent. Das bringt dem Staat pro Jahr 43 Millionen Euro - und, so ist zu befürchten, für die Zukunftsvorsorge ein Begräbnis erster Güte. "Ein schlechtes Signal", sagt Allianz-Österreich-Vorstand Manfred Baumgartl. Er erwartet zumindest "keinen Eingriff in bestehende Verträge".
Förderpyramide hilft sparen
Österreich gilt als Subventionsparadies. Dem Wildwuchs wird mit einer "Förderpyramide" zu Leibe gerückt, die Mehrfachzahlungen von Bund, Ländern und Gemeinden verhindern soll. Wo konkret angesetzt wird, ist unklar; 2015 und 2016 sollen aber je 500 Millionen Euro gespart werden.
Ebenfalls optimistisch: Die Fördergesellschaft FFG soll die indirekte Forschungsförderung (Steuerfreibetrag und Prämie) künftig strikter kontrollieren und so pro Jahr 40 Millionen Euro zurückholen.