Wien.

Heimo Scheuch, Wienerberger-Vorstandsvorsitzender, wagt wegen der Verunsicherung der Konsumenten keine Prognose für 2012.© APA/GEORG HOCHMUTH
Heimo Scheuch, Wienerberger-Vorstandsvorsitzender, wagt wegen der Verunsicherung der Konsumenten keine Prognose für 2012.© APA/GEORG HOCHMUTH
(sf) Erstmals seit 2009 hat der börsenotierte Ziegelproduzent Wienerberger wieder schwarze Zahlen geschrieben. Wegen der milden Witterung und größeren Mengen stieg der Konzernumsatz im Gesamtjahr 2011 um 16 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Nach einem Verlust von fast 35 Millionen Euro (2010) betrug der Gewinn nach Steuern 40,8 Millionen Euro. Der Vorstand wird die Auszahlung einer Dividende von 12 Cent je Aktie vorschlagen, sagte Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch bei der Bilanzpressekonferenz. Den größten Anteil am Gewinnzuwachs hatten die europäischen Länder, vor allem Nordwesteuropa mit Frankreich. Im größten Einzelmarkt Deutschland "setzte sich der Aufwärtstrend fort", sagte Scheuch. In Nordamerika hingegen hat Wienerberger im Vorjahr einen Verlust eingefahren - seit 2007 schrumpfen die ab 1999 zusammengekauften US-Tochtergesellschaften. Kostensenkungen sollen helfen, heuer keinen operativen Verlust vor Abschreibungen (Ebitda) zu machen.
Der Kunststoffrohrhersteller Pipelife, den Wienerbergermit dem Kauf der restlichen 50 Prozent vom Partner Solvay nun zur Gänze übernommen hat, bringt rund 800 Millionen Euro Umsatz. Wienerberger werde daher "relativ bald" mehr als drei Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, sagt Scheuch. Durch die Übernahme will der Ziegelhersteller nicht wie bisher zu 70, sondern nur noch zu 60 Prozent vom konjunktursensiblen Neubaugeschäft abhängig sein. Für 2012 wagt Scheuch noch keine Prognose, da die "Visibilität" in den wichtigen Regionen Osteuropa und den USA "eingeschränkt" sei. Der Konzern erwartet in Deutschland eine positive Entwicklung. In vielen Ländern in Zentral-Osteuropa wie Bulgarien und Rumänien sei die Bautätigkeit bereits auf so niedrigem Niveau, dass weitere deutliche Rückgänge nicht wahrscheinlich seien. Wienerberger beschäftigt derzeit 12.800 Mitarbeiter in 232 Werken (inklusive Pipelife).