Wien.

Ein wesentlicher Grund, warum der seit elf Jahren vollprivatisierte Traditionsbetrieb Terrain einbüßt: Japan Tobacco, die jetzige Mutter der Austria Tabak, die 2007 über den Kauf der britischen Gallaher mitübernommen wurde, versucht in Österreich, vor allem ihre internationalen Zigaretten-Marken wie "Camel" oder "Benson & Hedges" zu pushen. Die traditionelle Austria-Tabak-Marken wie "Memphis" und "Meine Sorte" bleiben deshalb zunehmend auf der Strecke und verlieren Jahr für Jahr Marktanteile.
Laut AC Nielsen war noch vor gut zehn Jahren etwa jede dritte gerauchte Zigarette in Österreich eine "Memphis". 2011 entfiel auf diese Marke nur noch ein Marktanteil von 12,2 (nach 14,2) Prozent. Auch "Meine Sorte" verlor kräftig von 3,3 auf 2,7 Prozent.
Inlandsproduktion stillgelegt
Unabhängig davon hat die Austria Tabak in Österreich keine Zigarettenproduktion mehr. Ende 2011 setzte man den Schlusspunkt. Da wurde die letzte heimische Fabrik in Hainburg zugesperrt und die Produktion nach Polen und Rumänien verlegt. Davor waren die Werke in Schwaz, Fürstenfeld und Linz geschlossen worden. Durch die neuen Austria-Tabak-Eigentümer - ab 2001 Gallaher und sechs Jahre später Japan Tobacco - gingen damit in Österreich hunderte Arbeitsplätze verloren.
Die gefragteste Zigaretten-Marke der Österreicher war auch 2011 "Marlboro" aus dem Hause Philip Morris, doch ihr Marktanteil sank weiter - von 23 auf 21,2 Prozent (2009 waren es noch 24,5 Prozent gewesen). "Chesterfield" dagegen, ebenfalls eine Marke von Philip Morris, legte im Vorjahr von 9,5 auf 11,7 Prozent deutlich zu.
Neben Philip Morris und Austria Tabak tummeln sich am österreichischen Tabakmarkt vor allem die britische Imperial Tobacco als Branchendritter und British American Tobacco (Platz vier).