• vom 13.04.2012, 16:36 Uhr

Österreich

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Schlecker-Käufer muss viel Geld vorschießen


Von Kid Möchel

  • Laut Insidern benötigt Schlecker rund 300 bis 500 Millionen Euro Liquidität.

Linz/Ulm. Die Interessentensuche des Schlecker-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz bleibt weiterhin überschaubar. Nach wie vor soll der Verwalter nur mit drei Kandidaten konkrete Gespräche führen, darunter der tschechisch-slowakische Finanzinvestor Penta.

Im Fall Schlecker dürfte aber der Kaufpreis für die 3000 Filialen in Deutschland und die Auslandstöchter nicht der größte Brocken der Transaktion sein, sondern der neue Eigentümer muss sehr viel Geld in die Hand nehmen, um das Tagesgeschäft aufrechterhalten zu können; dabei sind rund 90 bis 100 Millionen Euro für die Behübschung der Drogeriekette mit dem grauen Charme der früheren DDR noch nicht eingerechnet.

"Jeder Investor wird am Anfang ordentlich Geld vorschießen müssen. Mit hundert Millionen Euro Liquidität werden sie bei einem Handelskonzern dieser Größe bei Weitem nicht auskommen, das ist viel zu wenig. Ich rechne da schon eher mit 300 bis 500 Millionen Euro Liquidität, die bereitgestellt werden muss", sagt ein Schlecker-Insider zur "Wiener Zeitung". "Sie brauchen nur die Gehälter der 13.500 Mitarbeiter in Deutschland hochrechnen, dann benötigen sie eine Vorfinanzierung des Warenhaushaltes, und diese mit Sicherheit für einen längeren Zeitraum, sowie Deckungen der Warenkreditversicherer." Letztere werden aber nach dem geschäftlichen Debakel von Anton Schlecker sehr genau prüfen, ob sie einem neuen Eigentümer über den Weg trauen.

Die Gefahr, dass Finanzinvestoren eine Schlecker-Übernahme durch die Verwertung von stillen Reserven oder Liegenschaften nur schnell versilbern wollen, fällt de facto weg. "Wenn jemand auf so etwas setzen will, ist er bei Schlecker falsch", sagt der Branchenkenner. "Es gibt keine Assets, die man schnell verkaufen kann."

Österreich-Connection
Auch bei Schlecker Österreich, einem der wenigen Assets des Schlecker-Imperiums, haben sich schon Unternehmensbrater die Klinke in die Hand gegeben. "Die haben sich im Zuge der Veräußerung des Mutterkonzerns auch die Töchter angeschaut", sagt ein Insider. Im Firmenbuch liegt die Bilanz 2011 noch nicht vor. Dem Vernehmen nach soll der Abschlussprüfer KPMG noch über den Zahlen sitzen. Die Bilanz wird in der Regel spät eingereicht.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-13 16:41:06


Beliebte Inhalte



Geld versenkt haben die Gläubiger der Alpine - unter anderem im Tunnelbau. - apa
  • Republik und Banken tragen Hauptlast, schlechte Karten für Anleihezeichner.
  • weiter

  • Habau: Eine Gesamtübernahme braucht Zeit, rascher wäre Filetierung.
  • weiter

Klar ist bereits, dass alle Arbeitnehmer 30 Tage Kündigungsschutz haben. Über die Gewerkschaft wird organisiert, dass die Betroffenen ihre Entgeltforderungen fristgerecht beim Insolvenzgericht einbringen. - APA/BARBARA GINDL
  • Insolvenzentgeltfonds hat Mittel für Arbeitnehmer gesichert.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Die Steuervorschriften gelten auch für das Modelabel. - Foto: Dolce & Gabbana, Collage: WZ Online
  • Anwalt will Berufung einlegen
  • weiter

Die OECD sieht einen ökonomische Mehrwert der Migration. - © ThorstenSchmitt - Fotolia.com
  • EU-Kommission: Europa soll für qualifizierte Arbeiter attraktiver werden.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Gekommen, um wieder zu gehen: Gottwald Kranebitter will Hypo Alpe Adria verlassen. - apa/Techt
  • Fimbag soll aufgewertet werden und "Bad Bank" steuern.
  • ÖVP will Fekter nicht mehr in nächster Regierung haben - Hoffen auf Brüssel.
  • weiter

Die Österreicher halten sich beim Neuwagenkauf zurück. - APAweb / APA, Barbara Gindl
  • Mehr Motorräder zugelassen.
  • weiter

An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). - APAweb/BARBARA GINDL
  • Geschäftsführung strebt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an
  • weiter




Werbung



Die Akte Hypo - Bild: APAweb

Firmenmonitor






Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

20. 6. 2013: Golf ist ein eindeutig ein Sport, wie Maximilian Kieffer beim BMW International in München mit diesem konzentrierten Späh-Liegestütz beweist. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung