
Wien. (kle) Bankensteuern, Ungarn, Verluste bei der Uniqa-Versicherung und im Leasing, aber auch höhere Verwaltungskosten - all das hat dem Konzern der Raiffeisen Zentralbank (RZB) 2011 die Bilanz verhagelt. Mit 472 Millionen Euro fiel der Nettogewinn um ein Drittel niedriger aus als im Jahr davor. Ein Großteil des Gewinns stammt von der börsenotierten Raiffeisen Bank International, an der die RZB 78,5 Prozent der Aktien hält.
Auch für das vergangene Jahr wird das Raiffeisen-Spitzeninstitut der Republik Österreich Zinsen in Höhe von 140 Millionen Euro zahlen, wie Bankchef Walter Rothensteiner am Dienstag in der Bilanzpressekonferenz ankündigte. Die RZB hat 2009 Staatshilfe im Volumen von 1,75 Milliarden Euro abgerufen.
Zudem soll für 2011 wieder eine Dividende von 160 Millionen Euro an die Aktionäre - im Wesentlichen die Raiffeisenlandesbanken - ausgeschüttet werden. Das selbst gesteckte Ziel, bis Ende Juni bei 9,4 Prozent hartem Kernkapital zu landen und so die für europäische Großinstitute geltende Neun-Prozent-Vorgabe der EU-Bankenaufsicht EBA überzuerfüllen, sieht Rothensteiner dadurch nicht gefährdet. In Summe will die RZB bis dahin drei Milliarden Euro gestemmt haben, um das Kapitalloch zu stopfen. Davon sind knapp zwei Drittel (1,9 Milliarden Euro) über ein Bündel von Maßnahmen bereits umgesetzt.
Bedeckt hält sich Rothensteiner vorerst zu allem rund um seine Mitte Juni anstehende offizielle Wahl zum Nachfolger von Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und seine Pläne für das neue Amt. Große Änderungen des Kurses bei Raiffeisen dürften jedoch nicht zu erwarten sein.
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