Wien.

Ohne die jetzige Kapitalzufuhr könnte die Uniqa in Sachen Ostexpansion keine großen Sprünge machen. "Wir sind in Osteuropa derzeit Nummer sieben und wollen bis 2015 Nummer fünf sein. Daher brauchen wir Kapital, um unser Wachstum zu unterfüttern", erklärte Brandstetter.
Ein größeres Projekt ist derzeit der Auskauf der Minderheitsaktionäre bei den Töchtern in Polen, Ungarn und Kroatien. Mit der Osteuropabank EBRD, die dort Anteile hält, sei man bereits "in Endgesprächen", so Brandstetter. Kostenpunkt für den geplanten Deal: ein "ansehnlich dreistelliger Millionenbetrag". Zudem will Brandstetter zuschlagen können, falls sich in Osteuropa Möglichkeiten für kleine bis mittelgroße Zukäufe auftun. Das frische Geld soll aber auch in Vertriebsoffensiven investiert werden. Bis 2015 will Brandstetter die Prämieneinnahmen im Osten Europas auf 2,5 Milliarden Euro mehr als verdoppeln.
Kernaktionäre ziehen mit
Die Uniqa-Hauptaktionäre Raiffeisen und Austria Privatstiftung haben bereits zugesagt, die Kapitalerhöhung, die im Juli abgewickelt werden soll, voll mitzutragen. Sie würden, falls der Streubesitz auslässt, darüber hinaus auch dessen Bezugsrechte für den Kauf neuer Aktien aufgreifen.
Unabhängig von der nunmehrigen Emission hält Brandstetter an seinem schon im Vorjahr kommunizierten Plan für eine große Kapitalerhöhung 2013 fest. Über diesen Schritt, der dann jedoch den winzigen Streubesitz von 9,5 Prozent auf bis zu 49 Prozent hebeln soll, will der Uniqa-Chef erneut kräftig Kapital auftanken, um seine Wachstumspläne abzusichern. Brandstetter: "Die Investmentbanken werden wir in den nächsten zwei Monaten auswählen."
In Zukunft will die europaweit tätige Uniqa aber nicht nur wachsen, sondern vor allem auch profitabler werden. Bis zum Jahr 2015 soll das Vorsteuerergebnis schrittweise auf bis zu 550 Millionen Euro verbessert werden. Schon im heurigen Jahr ist nach den Verlusten 2011 wieder ein substanzieller Gewinn von mehr als 150 Millionen Euro angepeilt. Auch eine Dividende soll es dann wieder geben, so Brandstetter.
Den 2011 gestarteten Personalabbau in der Wiener Zentrale - dort sollen 200 Jobs in der Verwaltung wegfallen - will der Uniqa-Boss wie geplant bis Ende Juni abschließen. Für die mittlerweile zum Verkauf gestellten Hotelbeteiligungen sprach er am Freitag von 42 Interessenten.