• vom 30.04.2012, 13:43 Uhr

Österreich

Update: 30.04.2012, 13:47 Uhr
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Polbank wird mit polnischer RBI-Tochter fusioniert

Raiffeisen Bank International schließt polnischen Zukauf ab



  • Wettbewerbsbehörde verlangten Notierung an der Warschauer Börse.

RBI-Chef Herbert Stepic darf sich über den Abschluss des Polbank-Kaufes freuen. - APAweb/Robert Jäger

RBI-Chef Herbert Stepic darf sich über den Abschluss des Polbank-Kaufes freuen. APAweb/Robert Jäger

Wien. Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat den bereits zu Jahresbeginn 2011 vereinbarten Kauf der polnischen Polbank nun auch offiziell abgeschlossen. Entgegen dem ursprünglichen Kaufpreis von 490 Mio. Euro kann die RBI von einem weiteren indirekten Preisnachlass von 30 Mio. Euro profitieren: Der vorläufige Barkaufpreis betrage 460 Mio. Euro für den 70-Prozent-Anteil, teilte die RBI am Montag mit.

  Die Polbank wird mit der bisherigen polnischen RBI-Tochter fusioniert. Als "Raiffeisen Polbank" wird sie mehr als 900.000 Kunden haben. Nach Kundenkrediten wird sie die sechstgrößte Bank in Polen und größte Tochtergesellschaft der RBI sein. Nach Bilanzsumme bleibt die Raiffeisenbank in Russland die größte RBI-Einheit.

  Die neue Bank wird von Piotr Czarnecki geführt, derzeit Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank Polska S.A. (RBPL). Kazimierz Stanczak, derzeit Vorstandsvorsitzender der Polbank, wird sein Vize.

Verpflichtung zur Börsennotierung
Im Gegenzug für ihre Zustimmung zum Verkauf der Polbank an die RBI erwartete die polnische Wettbewerbsbehörde eine Notiz von Raiffeisen und ihrer polnischen Tochter an der Börse in Warschau. Dies wird nun auch geschehen: Bis spätestens Juni 2016 sollen 15 Prozent der fusionierten neuen "Raiffeisen Polbank" und spätestens bis Juni 2018 auch die Aktie der RBI zusätzlich zur Notierung in Wien auch an der Warschauer Börse notieren.

  In einem ersten Schritt wird die RBI nun einen 70-Prozent-Anteil an der Polbank für 460 Mio. Euro erwerben. In einem zweiten Schritte werden sämtliche Polbank-Anteile in die Raiffeisen Bank Polska (RBPL) gegen neue Aktien der RBPL eingebracht. Die restlichen 30 Prozent werden vom Verkäufer, der griechischen Eurobank EFG gehalten, die dann 13 Prozent am gemeinsamen Institut halten wird. Der Kaufpreis basiert auf einem garantierten Eigenkapital von mindestens 400 Mio. Euro für die Polbank und 750 Mio. Euro für die RBPL.

  Weiters hat die EFG die Option, ihren Anteil an der fusionierten neuen Bank für mindestens 175 Mio. Euro  - plus Zinsen - an die RBI zu verkaufen, was sie laut Pressemitteilung auch beabsichtigt. Für die RBI gibt es andererseits eine Kaufoption für diesen Anteil, die sie ab 31. März 2016 ausüben kann. Die RBI wäre dann Alleinaktionärin der Bank. Dieser Teil der Transaktion müsste noch einem neuerlichen Genehmigungsprozess der EU-Wettbewerbsbehörden unterzogen werden.

  Die Polbank wurde erst 2006 mit den Schwerpunkten Privatkunden und KMU gegründet. Ende 2011 verfügte sie über ein landesweites Netzwerk von 322 Filialen und 2.935 Mitarbeitern, die mehr als 664.000 Kunden betreuten. Die Bilanzsumme zum Jahresende 2011 betrug 5,88 Mrd. Euro, davon 5,23 Mrd. Euro Forderungen an Kunden.

  Die Polbank wird per 1. Mai 2012 in den RBI-Konzern konsolidiert. Erste konsolidierte Zahlen werden bei der Veröffentlichung der RBI-Geschäftsergebnisse fur das erste Halbjahr 2012 am 29. August verfügbar sein.

  Die RBI ist seit 1991 am polnischen Markt vertreten und weist dort per Jahresende 2011 eine Bilanzsumme von 7,4 Mrd. Euro auf. 3.200 Mitarbeiter in 116 Filialen betreuen mehr als 246.000 Kunden. 2011 erzielte die Polen-Tochter einen Gewinn nach Steuern von 88 Mio. Euro.




Schlagwörter

RBI

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-30 13:45:43
Letzte Änderung am 2012-04-30 13:47:19


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