Wien. Seit einem EuGH-Urteil im Jahr 2010 dürfen Agrarförderungen an einzelne Bauern nicht mehr veröffentlicht werden, die für heimische Landwirtschafts-Unternehmen bestimmten Gelder schon. Seit Montag sind die zugeteilten Subventionen auf www.transparenzdatenbank.at einsehbar. 370 Betriebe, Vereine und andere Institutionen wie etwa Stiftungen erhielten im Wirtschaftsjahr 2011 (Oktober 2010 bis Oktober 2011) mehr als 100.000 Euro an EU-Agrarförderungen.
Von den ungefähr 140.000 heimischen Förderungsempfängern, die pro Jahr zusammen rund 1,8 Mrd. Euro erhalten, unterlagen im EU-Wirtschaftsjahr 2011 nur 4.843 sogenannte "Leistungsempfänger" nicht dem Datenschutz. Die Gelder, die sie erhielten, sind deshalb in der Transparenzdatenbank aufgelistet.
Die höchste Fördersumme erhielt die "Genussregionen Marketing" mit 3,68 Mio. Euro, gefolgt von der Erzeugerorganisation "Obst Partner Steiermark" mit 2,71 Mio. Euro und der "Fuschler Nahwärme GmbH" mit 2,67 Mio. Euro. Das Biomasseheizwerk in Fuschl (Salzburg) gehört laut FirmenCompass zu 70 Prozent der Dietrich Mateschitz KG, einem Unternehmen des Red-Bull-Chefs, und zu 30 Prozent der "s.nahwaerme.at Energiecontracting". Der Betrieb versorgt seit Dezember 2007 nach Unternehmensangaben neben der Red Bull-Verwaltungszentrale und Hotelbetrieben auch private, kommunale und gewerbliche Objekte. Der Betrieb erhielt die Förderung laut Transparenzdatenbank im Rahmen der Investitions-und Regionaloffensive.
Ebenfalls in den Top 10 ist der "Waldverband Salzburg" mit 2,34 Mio. Euro an Agrarförderungen und der "Waldpflegeverein Tirol" mit 2,3 Mio. Euro. Über diese Vereine werden die EU-Förderungen für Waldbesitzer abgerechnet, etwa die Aufforstung und die Nutzung von Altholz. Ebenfalls zu den größten Förderungsempfängern gehört die "Agrarmarkt Austria Marketing" mit "Marktordnungszahlungen" in der Höhe von 2,27 Mio. Euro und das "Ländliche Fortbildungsinstitut Steiermark" mit 1,91 Mio. Euro.
Die Gemüsebauern von "Lgv-Frischgemüse" in Wien erhielten für eine nachhaltige Produktion "Marktordnungszahlungen" in der Höhe von 1,89 Mio. Euro. Nicht in die Top 10 hat es die "Stiftung Fürst Liechtenstein" geschafft, traditionell einer der größeren Subventionsempfänger unter den Landwirtschaftsbetrieben. Die drei Agrarbetriebe der Stiftung erhielten zusammen rund 1,41 Mio. Euro.